Kalkar: Fenster der St.-Nicolai-Kirche wurden feierlich eingeweiht

Kalkar : Ganz Kalkar feiert die Nicolai-Fenster

Erzbischof em. Werner Thissen weihte beim Patronatsfest die neuen Fenster der Kirche ein. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet würdigte das Engagement der Kalkarer und versprach Geld, um das Projekt vollenden zu können.

Solch einen bewegenden und feierlichen Pfingstmontag hat die Gemeinde Heilig Geist in Kalkar lange nicht mehr erlebt. In den Bänken der St.-Nicolai-Kirche blieb kein Platz mehr frei. Die ganze Gemeinde wollte teilhaben am Patronatsfest und wollte dabei sein, wenn Erzbischof em. Werner Thissen die 20 bereits fertiggestellten Fenster des Gotteshauses einweiht und sich gemeinsam mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sowie dem Künstler Karl Martin Hartmann ins Goldene Buch der Stadt einträgt.

Der Gottesdienst war thematisch ausgerichtet auf das Thema Licht. Dazu passte auch das  Lied „Shine on you crazy diamond“ von Pink Floyd, das bislang eher selten in einem Gotteshaus zu hören gewesen sein dürfte, dafür aber von Kantor und Organist Jan Szopinski vor Beginn des eigentlichen Gottesdienstes großartig interpretiert wurde. Dann der feierliche Einzug von Erzbischof em. Werner Thissen gemeinsam mit Pastor Alois van Doornick. Man merkte Erzbischof em. Thissen an, dass es ihm eine Herzensangelegenheit war, die neuen Kirchenfenster einzuweihen. Schnurstracks zog es ihn zu den beiden Fenstern gleich rechts, die zuletzt fertiggestellt worden waren. „Segne diese Fenster und erleuchte durch sie Deine Gemeinde“ bat Thissen.

Damit ist das seit mehr als 20 Jahren währende Großprojekt nun fast vollendet. 20 von 22 der vom Künstler   Karl Martin Hartmann aus Wiesbaden gestalteten Fenster sind nun in der St.-Nicolai-Kirche zu bewundern. Seit 1997 planen der Förderverein von St. Nicolai und der Kirchenvorstand an dem Projekt. Das Bistum Münster hatte am Beginn unter Generalvikar Werner Thissen eine 40-prozentige Förderung der Gesamtkosten zugesagt und dann für die aktuellen Fenster noch einmal 150.000 Euro nachgelegt. Der Förderverein trug allein für diese beiden Fenster noch einmal knapp 100.000 Euro bei. Und ganz viele Bürger halfen durch Spenden.

Seine Predigt stellte Erzbischof em. Thissen unter das Motto: „Das Licht kam in die Welt“. Die Fenster seien eine „Chance, Spuren vom Geheimnis Gottes in uns wach zu rufen“, so Thissen. Die Nicolai-Fenster böten mit ihren „abstrakten Impulsen“ einen perfekten Gegenpart zu den kostbaren Altären mit ihren konkreten Erzählungen. Ihre farbliche Gestaltung wecke bei ihm „Freude und Zustimmung zur Welt und zu mir selbst“. Thissen lud jedes Gemeindemitglied ein,  sich sein Lieblingsfenster auszusuchen. „Ein Kunstwerk anschauen, kann wie ein Gebet sein“, sagte er.

Der Fördervereinsvorsitzende Karl Ludwig van Dornick erinnerte in seiner Ansprache an die großen Opfer, die die Kalkarer in mehr als zwei Jahrzehnten für die Fenster auf sich genommen hätten. „Sie haben die Pflicht unseres historischen Erbes erfüllt, auf Zuwendungen verzichtet und stattdessen gespendet“, sagte van Dornick. Bürgermeisterin Britta Schulz zeigt sich „stolz auf das bürgerliche Engagement, mit dem wir in nur einer Generation so viel vorangetrieben haben“.

Im Anschluss besuchte Armin Laschet die Niederrhein Destille in Dornick, wo er mit Betreiber André de Schrevel einen Himbeergeist kostete. Foto: Markus van Offern (mvo)
Der feierliche Gottesdienst, musikalisch gestaltet von der Nikolaus-Kantorei unter Leitung von Jan Szopinski, lockte zahlreiche Gemeindemitglieder in die Kirche. Im Anschluss feierte die Pfarrei Heilig Geist ihr Patronatsfest. Foto: Markus van Offern (mvo)

Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sprach den Kalkarern ein großes Lob aus: „Eine starke Gemeinschaft hat zusammengehalten“, sagte er. Er erinnert an den Wiederaufbau der St.-Nicolai-Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute sei die Kirche „wegen ihrer Innenausstattung weit über NRW hinaus bekannt“, so Laschet. Langen Applaus gab es, als er verkündete, dass das Land die Fertigstellung eines der letzten beiden Fenster fördern werde. Das freute auch Pastor van Doornick, der stolz verkündete: „Keine Kirche in Deutschland kann mehr als 20 moderne Fenster in dieser Qualität und Größe aufweisen“.