Kalender für das Klever Land 2020 ist erschienen

Heimatkalender : „Stück gute Tradition“ in der 70. Ausgabe

Das Redaktionsteam des Klever Heimatkalenders freut sich mit Landrat Wolfgang Spreen darüber, dass wie immer vor Weihnachten der „Kalender für das Klever Land“ fertig und verfügbar ist. Breites Angebot für historisch Interessierte.

Heimatverbunden muss man wohl sein, um Autor im Team des „Kalender für das Klever Land“ zu sein. Die derzeitigen Autoren sind ganz bestimmt so zu nennen, zusätzlich haben sie noch ein Gefühl für die Region im allgemeinen. Sie blicken nicht nur auf Kleve, Goch oder Uedem, ihre Heimatstädte und -gemeinden, sondern engagieren sich für die gesamte Region. Das findet nicht zuletzt Landrat Wolfgang Spreen prima,  der ja die Verwaltung des Kreises leitet und dem politischen Kreistag vorsitzt.

Pünktlich vor dem Fest ist auch in diesem Jahr wieder der Heimatkalender herausgekommen. Wer sich für die Geschichte des Niederrheins interessiert und Anteil nimmt an dem, was es hierzulande an Kulturellem wahrzunehmen gibt, freut sich bestimmt an dem aufwendig gearbeiteten Buch. Das ist zwar optisch ein wenig modernisiert worden, behält seinen Stil aber seit vielen jahren. Deshalb nimmt es sich auch prächtig im Bücherregal aus, wie Gochs früherer Stadtarchivar und langjähriger Schreiber für den Heimatkalender, Hans-Joachim Koepp, versichert. Er zum Beispiel besitze jeden der inzwischen 70 Bände.

Der jüngste (auf das Jahr 2020) ist wie immer im Mercator-Verlag erschienen und baut auf die Kenntnisse der langjährigen Autoren Wilhelm Diedenhofen, Hans-Joachim Koepp, Wiltrud Schnütgen und Bert Thissen. Neu dabei und erstmals im Kalender vertreten ist Barbara Mühlenhoff, die gleich eine spannende Arbeit abgeliefert hat. Die Fachfrau für klassische Musik, die auch für die Rheinische Post schreibt, widmet sich darin der Kalkarer Familie Neuhaus, deren Verwandte zeitweise in Russland lebten und sich mit einem regen Briefwechsel auf dem Laufenden hielten. „Mir ging es darum, mal eine sehr persönliche Seite eines Musikers zu beschreiben und zu zeigen, wie sehr der große räumliche Abstand die Erinnerung an die Heimat vergoldete“, berichtet sie.

Wiltrud Schnütgen hat einen schön illustrierten Artikel beigetragen über die Gebrüder Limburg und ihren Onkel Johan Maelwael. In Nimwegen gibt es Festivals und Ausstellungen, die an die mittelalterliche aus Kleve stammende Malerfamilie erinnern, in ihrer Heimatstadt kennt man sie kaum. Wilhelm Diedenhofen wiederum beschreibt einen Kupferstich aus dem 18. Jahrhundert   mit einem Porträt der Anna von Cleve. Alois van Doornick glaubt, die Herzogin Maria von Burgund auf einem Alt-Kalkarer Messgewand ausgemacht zu haben. Der Fotograf Willy Maywald, der nach Frankreich floh und dort interniert wurde, war für Christoph Lamers ein lohnendes Forschungsthema.

Die 450 Jahre alte evangelische Kirche in Goch beschäftigte Dieter Bullack, Bert Thissen hat die Bücher des Gustav von Velsen im Klever Stadtarchiv gelesen und daraus Erkenntnisse über das Klever Bildungsbürgertum im 19. Jahrhundert gewonnen. Auch die rechte Rheinseite kommt vor, etwa durch Hermann Opgen-Rhein, der die Entstehungsgeschichte der Halderner St.-Georgs-Kirche aufgeschrieben hat. Und Gochs „Hansi“ Koepp würdigt die Pfälzer, die vor 250 Jahren auf die Asperheide kamen. Auch die Boxteler Bahn  war ihm einen Beitrag wert. Der jüdische Kulturraum wird von Norbert Kohnen aus Emmerich betrachtet; dazu gibt es eine neue Abteilung im PAN kunstforum niederrhein.

Deutlich mehr Fotos als früher, auch farbige und besonders kunstvolle, prägen das Büchlein. Sogar ganzseitige Naturfotos sind enthalten. Wie immer ist den Geschichten ein Kalendarium vorangestellt, das Feier- und Namenstage enthält und dem historische Fotos zugeordnet wurden, etwa Haus Koekkoek, als es Rathaus war, oder der Rhein oder Reeser Brücke.