Kleve-Kellen: KAG-Chefin steckt voller Tatendrang

Kleve-Kellen: KAG-Chefin steckt voller Tatendrang

Die 35-jährige Verena Wintjes ist neue Direktorin des Konrad-Adenauer-Gymnasiums im Klever Stadtteil Kellen. Der Montessori-Zweig sichert auf lange Sicht den Fortbestand der Schule. Freude über tolles Förderkonzept.

Sie ist jung, kommunikativ, zielstrebig, strukturiert und zweifellos der Shooting-Star unter den Schulleitern in Nordrhein-Westfalen: Mit gerade mal 35 Jahren wurde Verena Wintjes vor wenigen Tagen von der Schulkonferenz mit großer Mehrheit zur neuen Direktorin des Konrad-Adenauer-Gymnasiums (KAG) in Kellen gewählt (wir berichteten). "Mir wurde das Vertrauen ausgesprochen, was mich sehr gefreut hat. Von Kollegen, Eltern und Schülern habe ich viel Zuspruch erfahren", sagt die äußerst motivierte Pädagogin, die eigentlich ein Kind des Ruhrgebiets ist. Das Licht der Welt erblickte Verena Wintjes in Bottrop, aufgewachsen ist sie in Marl, wo sie 1997 auch das Abitur baute. Fünf Jahre studierte sie in Münster Chemie und Erziehungswissenschaften, trat danach ihr Referendariat im Kreis Recklinghausen an. Die Willy-Brandt-Gesamtschule in Bottrop war ihre erste Station als Lehrerin, von 2008 bis 2012 unterrichtete sie in Bocholt am Mariengymnasium mit Schwerpunkt Schulentwicklung. Parallel arbeitete die 35-Jährige in der Lehrerfortbildung in Borken und für die Bezirksregierung Münster. "Ich bin der Schulentwicklungsmensch", stellt sie lächelnd fest.

An den Niederrhein verschlug es die "Ruhrpottpflanze", die mit ihrem Mann und Mops May in Isselburg wohnt, erst im April des vergangenen Jahres, als sie am KAG stellvertretende Schulleiterin wurde. In den folgenden Monaten profitierte sie vom Erfahrungsschatz des damaligen Schulleiters Gerhard van Leewen, der 13 Jahre die Geschicke des KAG lenkte. "Er hat mich eingearbeitet. Wir hatten ein sehr gutes Arbeitsverhältnis", betont Wintjes, die für den im November 2012 krankheitsbedingt ausgeschiedenen Direktor zunächst kommissarisch die Schulleitung übernahm. "Das war der Wurf ins kalte Wasser", stellt sie rückblickend fest und lobt ihren Vorgänger: "Van Leewen stand mir mit Rat und Tat zur Seite. Der Übergang wurde mir leicht gemacht." Voller Tatendrang stürzt sich die KAG-Direktorin jetzt in ihre neue Aufgabe. "Wir gehen im neuen Schuljahr mit Montessori an den Start. Das ist ganz wichtig. Wir brauchten einen Impuls, um unseren Standort als zweites Gymnasium in Kleve zu sichern", sagt Wintjes. Die 28 Schülern, die sich für den Montessori-Zweig entschieden haben, werden in der Erprobungsstufe wöchentlich sechs Stunden Freiarbeit in Deutsch, Mathe, Englisch und Erdkunde erhalten. "Die Motivation ist sehr groß im Kollegium. Montessori ist ein tolles Förderkonzept für Kinder", freut sich die neue KAG-Chefin über das Engagement des Lehrerkollegiums.

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Mit Erleichterung haben die 60 Lehrkräfte des Konrad-Adenauer-Gymnasiums die Entscheidung des Schulausschusses aufgenommen, den Schulstandort Kellen zu erhalten. "Nach Auslaufen der Hauptschule könnte die Montessori-Grundschule in unser Gebäude ziehen. In dieser Frage befinden wir uns mitten in der Diskussion", so Verena Wintjes.

(RP)
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