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Kreis Kleve: Junge Union in Kalkar: breite Brust für Berlin

Kreis Kleve : Junge Union in Kalkar: breite Brust für Berlin

Der 48. NRW-Tag der jungen Christdemokraten fand im Wunderland Kalkar statt. Parteigrößen und Wirtschaftsvertreter zu Gast.

Für einen hatte sich die Veranstaltung schon gelohnt, da war die erste Rede noch gar nicht gehalten: Han Groot Obbink vom Wunderland Kalkar zeigte sich sichtlich zufrieden mit der Entscheidung der Jungen Union, ihren 48. NRW-Tag über zwei Tage verteilt in Hönnepel auszurichten. Hunderte von Gästen nutzten die Möglichkeit, um im angeschlossenen Hotel zu übernachten. "Früher am Rande am Rande der Bundesrepublik, heute im Herzen Europas", beschrieb auch der EU-Abgeordnete Karl-Heinz Florenz seine Heimat, den Niederrhein.

An diesen waren einige namhafte CDU-Größen gekommen, um über die Partei, Nordrhein-Westfalen und Deutschland zu diskutieren. So begrüßte der JU-Landesvorsitzende Paul Ziemiak neben Kanzleramtschef Ronald Pofalla und Philipp Mißfelder, Bundesvorsitzender der Jungen Union und Außenpolitischen Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, auch den EU-Komissar für Energie, Günther Oettinger, den Landesvorsitzenden der CDU in Niedersachsen, David McAllister, den Landesvorsitzenden der NRW-CDU, Armin Laschet und den Geschäftsführer von Trigema, Wolfgang Grupp.

Das Signal, das die etwa 400 Teilnehmer des Parteikongresses aussendeten, war dabei eindeutig: mit breiter Brust in die Kommunalwahlen, mit breiter Brust aus Nordrhein-Westfalen in die neue Bundesregierung. "Die NRW-Landesgruppe in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion besteht aus insgesamt 63 Abgeordneten. Das sind 18 Abgeordnete mehr als in der vergangenen Legislaturperiode", sagte Ronald Pofalla. 63 NRW-Christdemokraten in Berlin — das sind so viele Abgeordnete, wie die Grünen insgesamt in den neu gewählten Bundestag schicken werden. Der Bundesminister für besondere Aufgaben machte dabei deutlich, dass er für die anstehende Regierungsbildung die größten Schnittmengen mit den Sozialdemokraten sehe. Dass das bei der Jungen Union in Kalkar nicht auf grenzenlose Gegenliebe stieß, wusste auch Pofalla — und lud deren NRW-Vorsitzenden, Paul Ziemiak, kurzerhand nach Berlin ein, falls dieser den Eindruck habe, dass bei den anstehenden Koalitionsverhandlungen etwas "nicht gut läuft".

Zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte des größten gewählten Gremiums der Jungen Union auf Landesebene wurde in Kalkar ein Redner zugelassen, der nie bei der CDU aktiv gewesen ist. Wolfgang Grupp, Geschäftsführer und Inhaber des Sport- und Freizeitbekleidungsherstellers Trigema, ist nicht nur für seine berühmte Fernsehwerbung bekannt, in der er von einem Affen mit roter Hornbrille und Anzug anmoderiert wird, sondern auch als Redner mit streitbaren Positionen. Seinem Ruf machte Grupp auch in Kalkar alle Ehre. Im Vortrag mit höchstem Unterhaltungswert rechnete Grupp mit den Führungsspitzen anderer Großkonzerne ab und brachte seine Ansichten auf einfache Formeln. Wenn über Mindestlöhne gesprochen werden müsse, sei das "eine Schande für Unternehmer", die Frauenquote eine "Beleidigung für Damen".

Dafür stehende Ovationen vom Plenum — das schaffte längst nicht jeder der Redner mit Parteibuch.

(RP)