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Kleve: Junge Stiftung hilft dem Sozialverein

Kleve : Junge Stiftung hilft dem Sozialverein

Herbert Looschelders hat eine eigene Stiftung ins Leben gerufen. Mit der möchte er soziales Engagement anregen.

Es ist nicht unbedingt alltäglich, wenn in Kleve eine soziale Stiftung ihre Geburtsstunde feiert. Noch dazu eine, die aus Antrieb eines Einzelnen gegründet wird. Bei der "H. Looschelders Sozial- und Ökologiestiftung" ist genau das der Fall.

"Ich habe keine Kinder, die mal etwas von mir erben wollen, meine Nichte und Neffen sind gut versorgt. Eigentlich finde ich auch, man sollte Kindern eine gute Ausbildung hinterlassen — anstatt viel Geld", sagt der Stiftungsgründer, Herbert Looschelders.

Für ihn sei es schwer verstehbar, dass Schätzungen zufolge bis 2020 in Deutschland Vermögen im Wert von 2,6 Billionen Euro vererbt werden. "Ich gehöre nicht zu den wirklich Reichen dieser Erde, die über Millionen Euro verfügen. Aber ich habe das Glück gehabt, seit über 20 Jahren nicht mehr erwerbslos und beruflich ganz gut aufgestellt zu sein. Der Staat hat mir ein Studium finanziert, ich verdiene gut und bezahle gut Steuern — und das ist auch in Ordnung so", sagt Looschelders.

Seine Stiftung trägt einen Ausspruch Gandhis als Präambel: "Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier." Die Stiftung ist dafür gedacht, ehrenamtliches Engagement im Bereich Soziales und Umwelt anzuregen. "Es sollten also nicht Almosen gegeben werden, für die sich der Beschenkte devot bedankt. Es soll Ehrenamt angeregt werden mit kleinen Geldbeträgen." In seinem alten Freund, Guido Burman, hat er einen Mitstreiter gefunden, der gemeinsam mit ihm die Stiftung leitet.

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Derzeit unterstützt man in erster Linie den Sozialberatungsverein Selbsthilfe. Ein Verein, in dem Looschelders lange Jahre selber aktiv ist. "Ich dachte mir, ich möchte selber mehr Einfluss darauf haben, was mit meinen Steuergeldern passiert. Möchte möglichst nicht, dass sie in Rüstungsexporte, nicht in Umwelt zerstörende Großtechnologien und nicht in den Flughafen Niederrhein fließen", so der Gründer. In dem unterstützten Verein arbeiten ausschließlich ehrenamtliche Kräfte, er kommt mir einem Etat von etwa 300 Euro monatlich aus und bietet damit Betreuungsangebote in der Klosterpforte, im Aldegundisheim Emmerich und bei Papillon in Geldern. Kurz vor Weihnachten gab es jetzt zwei Geschenke: Die Stiftung spendete dem Verein 2000 Euro — und erhielt selbst 800 Euro vom Malerbetrieb Kersten.

(lukra)