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Jugendhaus Kleve stellt Moms-Mobil vor

Klever Jugendhaus Moms : „Wir sind da, wo ihr uns braucht!“

Mit dem brandneuen „Moms-Mobil“ erweitert das Klever Jugendhaus seinen Wirkungsbereich. Mit dem Mobil will man schwer zugängliche Jugendliche und junge Erwachsene, denen Förderprogramme bisher verwehrt blieben, erreichen.

Seit 2015 werden im Rahmen des Programms „Jugend stärken im Quartier“ schwer zugängliche junge Menschen mit fehlender Zukunftsperspektive bei ihrer Integration in die Gesellschaft unterstützt. Ziel sei es, die Betroffenen mit unverbindlich freiwilligen Angeboten „zu aktivieren und ihre Kompetenzen und Persönlichkeit zu stärken“, schreibt das Bundesministerium für Familie, Frauen und Jugend auf seiner Website. An dieser Initiative beteiligt sich auch die Stadt Kleve. Im Klever Jugendhaus „Moms“ greift man seither vor allem denjenigen, die „durch das Raster fallen“, so beschreibt es Leiter Steffen Thewis, helfend unter die Arme und bietet ihnen einen vertraulichen Ansprechpartner, den sie bei Problemen aufsuchen können.

Unterstützung beim Schreiben von Bewerbungen ist nur eines von vielen Angeboten, das in diesem Zusammenhang existiert. Die Trägerschaft hat das Theodor-Brauer-Haus inne. Nach der erste Förderphase, die im vergangenen Jahr endete, stellte man sich vor allem eine Frage, so Thewis: „Wie erreiche ich diejenigen, die nicht freiwillig den Weg ins Jugendzentrum suchen und somit für uns schwer erreichbar sind?“

Eine Lösung ließ nicht lange auf sich warten und wird fortan die Klever Straßen befahren. Das „Moms-Mobil“, ein umgebauter, grauer Opel Vivaro, soll ab sofort in der Klever Südstadt, aber auch darüber hinaus, im Einsatz sein. „Wir wollen einen Schritt auf die Jugendlichen zu machen und an Orte kommen, wo sie sich sicher fühlen“, erklärt Thewis. „Momentan befinden wir uns noch in der Erprobungsphase und wollen unbedingt wichtige Erfahrungswerte sammeln.“ Doch worum genau handelt es sich eigentlich bei diesen Erfahrungswerten? Die Lösung der ersten Fragestellung warf zunächst einmal neue Fragen auf. Was sind die Hotspots der Zielgruppe? Wie soll man den Wagen gestalten? Welchen Herausforderungen wird man sich gestellt sehen? Erste Antworten sind bereits gefunden, weitere werden folgen, da sind sich die Verantwortlichen sicher.

In erster Linie bietet das Moms-Mobil eine Reihe von bisher ungenutzten Möglichkeiten. „Wir können unseren Wirkungsradius vergrößern und unsere Hilfe überall anbieten“, sagt Hildegard Holland vom Theodor-Brauer-Haus, die gemeinsam mit Thevis den Van durch die Klever Südstadt fahren wird. Dabei müsse man sich womöglich auch neuen Arbeitszeiten stellen, die Jugendlichen treffe man schließlich nicht immer dann, wenn man es selbst wolle. Hollands Kollegin Andrea Schaffeld bringt den wichtigsten Hintergrundgedanken des neuen Konzepts ins Spiel: der unmittelbare Austausch mit der Zielgruppe. „Partizipation ist das Grundgesetz des Projekts. Wir wollen niemandem sagen, wir wissen was für dich gut ist.“

Zeitlich ist das Programm, das aktuell natürlich noch in den Startlöchern steht, bis 2022 ausgelegt. Für den Fall, dass sich das Moms-Mobil bewähren sollte, sei eine potenzielle Anschlussförderung aber alles andere als ausgeschlossen, gab Jan Traeder vom Jugendamt der Stadt Kleve, das ebenfalls Träger und Koordinator ist, zu verstehen. Interessant sei aus seiner Perspektive auch, dass man nun durch die neu geschaffene Mobilität mehr Menschen in einem größeren Gebiet erreichen könne.

Während das graue Gefährt nun also bald seine ersten Runden drehen wird, hat Jugendhaus-Leiter Thevis, der nach eigener Aussage für seine verrückten Ideen bekannt ist, schon die ersten weiterführenden Pläne im Kopf.

An Ostern will er den Spieß umdrehen, andere das versteckt geparkte Moms-Mobil suchen lassen und die ersten glücklichen Finder entlohnen.