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Jugend-Team von Peter Driessen will besseren Personennahverkehr im Kreis Kleve

Kommunalwahl 2020 : Jung-Politiker wollen günstigere Busse

Nachwuchspolitiker von SPD, Grünen und FDP verlangen schnellere und günstigere Busverbindungen, die Reaktivierung der Bahnstrecke in die Niederlande und elektrisch betriebene On-demand-Kleinbusse.

Sie sind politisch in manchen Themen durchaus unterschiedlicher Meinung, aber was „Jugendthemen“ angeht, sind die Vertreter der Nachwuchsorganisationen von SPD, Grünen und FDP nahe beieinander. Im Pressegespräch berichteten jetzt Jusos, Julis und Grüne Jugend darüber, wie sie im nächsten Kreistag  zusammenarbeiten wollen. Ihr gemeinsamer Landratskandidat, der parteiunabhängige Peter Driessen aus Bedburg-Hau, hatte in der zweiten Reihe Platz genommen und soufflierte nur hier und da ein wenig.

„Wir wollen ein neues Miteinander im Kreistag“, sagt Kirsten Schmitz, schon jetzt sachkundige Bürgerin für die FDP. Sie möchte sich vorstellen, dass Vertreter verschiedener Fraktionen sachlich und fair miteinander arbeiten. Dass die Jüngeren das schaffen, daran hat sie keine Zweifel. Als drängendstes Thema haben die jungen Leute den Öffentlichen Nahverkehr ausgemacht. Ein „Schnellbus“, der 50 Minuten von Kleve bis Nimwegen brauche, sei kein gutes Angebot, und dass der Zug erst gar nicht bis dorthin fahre, sei überhaupt nicht akzeptabel. „Wir wollen auch die E-Mobilität fördern und finden On-Demand-Systeme wichtig, also bedarfsgerechte Angebote“, erklärt Marek Tietjen, der stellvertretende Vorsitzende der Kreis-Jusos.

Luca Kersjes, Junge Liberale, findet schade, dass die Freien Wähler – die vierte Gruppe, die Driessen unterstützt – keine Nachwuchsorganisation habe. Aber man müsse ja nicht unbedingt jung sein, um ähnliche Ziele zu haben. „Peter“ etwa gehe sehr partnerschaftlich mit ihnen um, und es mache Spaß, ihn zu unterstützen. Zumal Driessen in verkehspolitischer Hinsicht ganz ähnlicher Ansicht ist wie seine jungen Begleiter. „Bestellsysteme mit kleinen Fahrzeugen, gerne elektrobetrieben, sind die Zukunft des ÖPNV gerade auf dem Lande“, sagt Driessen. Moritz Walter von den Jusos aus Kevelaer und im Kreisvorstand, verweist auf ein anderes ÖPNV-Thema: „Die Tickets müssen bezahlbar sein.“ Dem stimmt Elena Janßen, Grüne aus Kleve und Kreistagskandidatin, nur zu gerne zu. Sie findet, alle Jungendlichen, ob Studenten oder Azubis, müssten ein Schoko-Ticket nutzen können.  Ihre Parteifreundin Maja Marbach nennt ein Beispiel für die derzeitige Situation: „Ich habe Freunde, die haben 30 Euro Taschengeld zur Verfügung. Davon können sie nicht Bustickets für sechs Euro nach Nimwegen kaufen – dann reicht’s in der Stadt nicht mal mehr für ein T-Shirt.“

Günstig mit den Öffentlichen fahren – das wäre sicher auch für Senioren wichtig, meinen die Nachwuchspolitiker und ernten zustimmendes Kopfnicken ihres Landratskandidaten. Und er kann mitteilen, dass es für Busunternehmen, die E-Mobilität bei On-Demand-Systemen nutzen, Landesförderung gibt. Mit „Night Movern für alle“ würde der Kreis  grüner.

Mehr Gründerkultur, also Start-Ups unterstützen, und Firmen ansiedeln und pflegen, die den Arbeitnehmerschutz hoch halten, wäre Moritz Walter außerdem wichtig. Alle fordern ein digitales Bürgerbüro. In der Warteschleife einschlafen oder Schlange stehen, um einen Ausweis zu beantragen, so etwas sollte es nicht mehr geben. Anderswo gebe es dazu eine nützliche App.