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Kleve: Jüdische Gedenktafel mit Nazi-Parolen beschmiert

Kleve : Jüdische Gedenktafel mit Nazi-Parolen beschmiert

Die Tafel zur Erinnerung an das sogenannte Judenhaus in Kleve ist mit antisemitischen Parolen beschmiert worden. Der polizeiliche Staatsschutz in Krefeld hat die Ermittlungen übernommen, wie es gestern von der Kreis Klever Polizei hieß.

"Das ist das übliche Verfahren, wenn es zu Vandalismus dieser Art, etwa das Beschmieren von Wänden mit Hakenkreuzen, kommt", sagte Polizeisprecher Michael Ermers. Im konkreten Fall seien die Parolen aber deutlich über ein Maß hinausgegangen, das man als Jugendstreich abtun könne. "So einen Fall hat es in den vergangenen Jahren in Kleve nicht gegeben."

Die noch unbekannten Täter hatten den volksverhetzenden Text, der unserer Redaktion bekannt ist, mit einem weißen Permanentmarker auf die Messingtafel geschrieben. Am Samstag hatten Zeugen der Polizei die "Schmiererei" gemeldet. Nach der Beweissicherung durch die Einsatzkräfte säuberten Mitarbeiter der Stadt Kleve die Gedenktafel. Sachdienliche Hinweise zur Ergreifung der Täter nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 02821 5040 entgegen.

Die Tafel ist rechts vom Eingang des Spoycenters an der Münze angebracht. Seit 1941 diente das Alte Finanzamt dort als sogenanntes Judenhaus. Darin wurden die Klever Juden zwangsweise zusammengezogen, ehe sie in Konzentrationslager deportiert und ermordet wurden. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

In den vergangenen Tagen hatte ein antisemitischer Vorfall im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg bundesweit für Aufsehen gesorgt. Ein 21-jähriger Israeli und sein Freund waren mit Kippa unterwegs, als sie von drei arabisch sprechenden Männern beschimpft wurden. Einer der Männer schlug mit einem Gürtel auf den 21-Jährigen ein. Gegen den mutmaßlichen Täter erging Haftbefehl.

(lukra)