Josef Peters: „Schluss mit Gefälligkeitsgesetzen zu Gülle“

Interview : „Schluss mit Gefälligkeitsgesetzen zu Gülle“

Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Kleve spricht über Nitrat im Grundwasser und Gülle aus Holland.

Die EU-Kommission droht Deutschland mit Geldstrafen in Millionenhöhe, weil bei uns das Grundwasser zu stark durch Gülle und Nitrat belastet wird. Kreislandwirt Josef Peters sieht den Kreis Kleve auf einem guten Weg.

Der Kreis Kleve ist durch eine intensive Milchviehwirtschaft mit einem hohen Gülleaufkommen geprägt. Haben wir das Problem nach der Verschärfung der Düngeverordnung 2017 inzwischen im Griff?

Josef Peters Wir sind auf dem richtigen Weg. Bei einzelnen Brunnen sinkt der Nitratwert. Der Erfolg lässt sich aber erst in mehreren Jahren messen. Der natürliche Kreislauf dauert lange. Das braucht Zeit. Deshlab ist es unverständlich, von der EU nach der Verordnung von 2017 jetzt schon noch schärfere Gesetze zu fordern.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat im Interview mit unserer Redaktion gefordert, dass Gülle in Regionen mit intensiver Tierhaltung besser verwertet werden muss, zum Beispiel in Biogasanlagen? Unterstützen sie diese Forderung? Wie kann man sie umsetzen?

Peters Die Verwertung ist jetzt schon optimal an die Pflanzenverfügbarkeit angepasst – deswegen fahren wir schon mehrmals mit geringer Menge über die Felder. Viel Gülle wird heute schon durch Biogasanlagen zu Strom umgewandelt. Durch die Absenkung der Einspeisevergütung für Strom ist oft keine Wirtschaftlichkeit mehr gegeben. Das ist ein Grund dafür, dass fast keine Biogasanlagen mehr gebraucht werden.

Die Ministerin hat von „teilweise obskuren Abnehmeradressen“ von Gülle aus den Niederlanden in den Grenzgegenden gesprochen? Haben wir im Kreis Kleve ein Problem damit, dass niederländische Landwirte hier illegal Gülle ausbringen?

Peters Wir fordern schon seit Jahren bessere Kontrollen der Düngeverordnung, vor allem bei der Einfuhr aus Holland. Endlich ist mal ein „dicker Fisch“ ins Netz gegangen.

Ist das hohe Gülleaufkommen in Kreis Kleve ein Problem für die hiesigen Landwirte? Wie werden sie ihre Gülle los, wenn sie sie nicht auf den eigenen Feldern aufbringen können?

Josef Peters, Chef der Kreisbauernschaft Kleve. Foto: Kreis

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