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Kleve: Johanna-Sebus-Medaille geht an die "Klosterpforte"

Kleve : Johanna-Sebus-Medaille geht an die "Klosterpforte"

Die Medaille zeigt eine dramatische Situation, es geht um Leben und Tod. Eine junge Frau rettet Menschen vor dem Tod durch Ertrinken und kommt dabei selbst ums Leben. Sie hieß Johanna Sebus, stammte aus Kleve-Brienen und wurde nur 17 Jahre alt. Das geschah am 13. Januar 1809, bis heute ist den allermeisten Klevern ihr Name sehr bekannt, unter anderem trägt auch eine Schule ihren Namen. "Diese Medaille ist eine ganz besondere Auszeichnung", sagt Josef Gietemann, Vorsitzender des Arenacum-Vereins für Kultur und Geschichte Rindern. Daher wird sie auch nicht oft verliehen. Die Johanna Sebus Medaille "Für Hilfe in der Not" erhält in diesem Jahr der Verein "Klosterpforte", 1982 durch Pfarrer Fritz Leinung gegründet und bis heute Anlaufstelle für Obdachlose, Menschen in Not und ein Ort, wo Hungernde ein warmes Essen, Hilfesuchende Unterstützung finden.

Es ist die siebte Verleihung seit der Stiftung der Medaille im Jahre 1984. "Die Mitarbeiter der Klosterpforte stillen mit ihrem selbstlosen Einsatz für Hilfsbedürftige nicht nur den Hunger nach Brot, sondern sie helfen auch in seelischer Not", betont Alwine Strohmenger-Pickmann, Vorsitzende des Klevischen Vereins für Kultur und Geschichte/Freunde der Schwanenburg, der zusammen mit dem Arenacum-Verein die Auszeichnung verleiht. Am 4. Oktober werden Elke Lehnen, Michiel van der Mey und Bernhard Hannen stellvertretend für alle Mitarbeiter der "Klosterpforte" die Johanna Sebus Medaille aus den Händen der Bürgermeisterin Sonja Northing empfangen. "In den Räumen der Klosterpforte herrscht eine Atmosphäre der Geborgenheit. Das spüre ich immer an Weihnachten, die Menschen fühlen sich dort einfach aufgefangen in ihren Nöten", sagt die Bürgermeisterin.

Zum Festakt in der Stadthalle, der um 18 Uhr beginnt, sind alle Interessierten eingeladen. Zum Festprogramm gehört eine Tanzvorführung von Schülern der Johanna-Sebus-Schule Rindern. Ausschnitte aus "Carmina Burana" bringt die Städtische Singgemeinde unter der Leitung von Stefan Burs zu Gehör. Wie Sigrun Hintzen vom Team der "Turmschätzchen"-Versteigerung mitteilt, sind bei dieser Benefizaktion, die im Frühsommer initiiert wurde, 7116 Euro zusammengekommen. Dieses Spendengeld werde unter der Klosterpforte, der Gocher Arche sowie dem Uedemer Cafe Konkret aufgeteilt. Sprechen werden neben Josef Gietemann und Alwine Strohmenger-Pickmann auch Sonja Northing, Diakon Michael Rübo und die Historikerin Helga Ullrich-Scheyda, die insbesondere die Lebensgeschichte der Johanna Sebus erforscht hat und versuchen wird, Mythos und Wahrheit zu trennen. Zusammen mit Bert Thissen vom Bereich Geschichte im Klevischen Verein veröffentlicht sie ein neues Heft zur Historie der selbstlosen Retterin aus Brienen, der sogar Johann Wolfgang von Goethe eine fünfstrophige Ballade widmete. Diese wird Wilfried Szubries während des Festakts rezitieren.

(RP)