Kleve: Investoren planen Heim für bis zu 400 Studenten

Kleve: Investoren planen Heim für bis zu 400 Studenten

Zwischen dem Straßenbahndepot und der Briener Straße könnte Kleves größtes Studentenheim gebaut werden. Architekten kündigen zudem den Bau von zwei "Punkthäusern" mit je 30 Wohneinheiten an.

Das gerade bezogene Studentenwohnheim an der Briener Straße in Kleve-Kellen ist so groß, dass es als Siedlung gilt — und weil es vorbildlich gebaut ist, darf es sich sogar Klimaschutzsiedlung nennen. Dieses große Wohnheim hat 115 Wohnplätze. Wie Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer jüngst in der Bauausschusssitzung mitteilte, sollen auswärtige Investoren jetzt ein Mega-Wohnheim mit 300 bis 400 Wohnplätzen planen. Ein Wohnheim also, das drei bis viermal so groß ist, wie das große an der Briener Straße. Avisiert ist es auf einer Fläche zwischen dem Autohaus Banaszak, dem Straßenbahndepot und der Briener Straße.

Zeitgleich werden die Klever Architekten Hülsmann und Thieme für eine Investorengruppe zwei Häuser mit jeweils 30 Wohneinheiten zwischen dem Studentenwohnheim und dem Autohaus bauen. Hülsmann nennt diese in etwa quadratischen Bauten "Punkthäuser". Die sollen in einer Linie mit dem Studentenwohnheim stehen. "Wir haben uns für diese Hausform entschieden, damit wir wie die Hochschule eine offene Bebauung erreichen, mit Durchblicken zum Wasser, mit Durchblicken auf dem Campus. Wir finden es nicht richtig, diese Chance mit einem Riegel einfach zu schließen", sagt er.

Diese beiden Häuser sind gesetzt, sie haben auch Baurecht. Das hatte Rauer in derselben Ausschusssitzung bestätigt, in der er auch die Planung für den großen Riegel ankündigte. Hülsmann und Thieme bestätigten nun, dass sie diese Wohnbauten mitsamt Tiefgarage für die Bewohner umsetzen werden. Es werden hochwertig ausgestattete Wohnungen, oben auf dem Dach kommen jeweils Penthäuser.

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Um ein städtebaulich geschlossenes Bild zu bekommen, hatten die Architekten schon vor Jahresfrist vorgeschlagen, den Bebauungsplan so zu ändern, dass dort gegenüber der einzelnen Hochschul-Fakultätsbauten fünf dieser Punkthäuser in einer Reihe stehen. Damit erreichen die beiden tatsächlich ein Bild wie eine Allee: Die Umrisse und Höhen der Häuser sind festgeschrieben (sie haben die gleiche Höhe in Metern wie die Fakultätsbauten der Hochschule), sie stehen — auch das städtebaulich unbedingt sinnvoll — auf einer Linie mit den Hochschulhäusern und dem Studentenwohnheim. Man sei hier mitten in der Stadt und könne groß bauen. Aber man müsse eben die Lücken lassen, damit man zwischen den Gebäuden durchschauen kann.

"Die Häuser haben Etagen plus Penthaus und ein Sockelgeschoss", erklärt Hülsmann und zeigt auf die beiden dunkleren der fünf Punkthäuser, die er in ein aufwendiges Architekturmodell des Campus eingearbeitet hat. Es sieht schlüssig aus — fand damals aber nicht die Zustimmung des Bauausschusses. Stattdessen blieb der damalige Bebauungsplan bestehen. Der ermöglicht es aber, dass der neue Investor seinen Riegel bauen könnte — sogar so weit, dass er aus der Flucht der Hochschulhäuser herausragt, wie es die Baulinie des alten Bebauungsplanes vorgibt.

"Wir hatten das als Masterplan für die Campus-Ergänzung vorgesehen", sagt Thieme. Man habe auch die eigenen Investorengruppe davon überzeugen können, nicht die mögliche Fläche komplett zu überbauen. "Dadurch wird die Wohnqualität erheblich höher", sagt er. Man habe vorgeschlagen, diese Punkthäuser als Baufenster einzuzeichnen und so die maximale Überbauung zu verhindern, die nach dem zur Zeit gültigen Bebauungsplan möglich wäre. Zusätzlich habe man dann auch die Möglichkeit, Flächen für das geforderte Technologie-Transferzentrum für die Hochschule zu bekommen.

(RP)
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