Interview mit Friedhelm Schuster „Der Förderverein hilft schnell und unbürokratisch“

Der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin sowie Schatzmeister beim Förderverein „Löwenstern“. In drei kurzen Fragen erklärt er, wie der gemeinnützige Verein mit verschiedenen Aktivitäten die Lebensqualität von Patient und Angehörigen verbessert.

 Dr. Friedhelm Schuster

Dr. Friedhelm Schuster

Foto: Universitätsklinikum Düsseldorf

Friedhelm Schuster ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, oberärztlicher Leiter der Knochenmarktransplantations-Ambulanz in der Uniklinik Düsseldorf und Schatzmeister bei „Löwenstern e.V.“. Er erklärt, wie der Förderverein zugunsten krebskranker Kinder die jungen Patienten und ihre Familien in der schweren Zeit unterstützt.

Welche Ziele verfolgt der Förderverein?

Friedhelm Schuster Wir versuchen den Familien, den Kindern und den Geschwisterkindern durch verschiedene Aktivitäten zu helfen. Die Erkrankung und die Therapie dauern oft sehr lange, sodass regelmäßig ein gewisser Bedarf entsteht. Dabei stützt sich der Verein auf drei Säulen: Wir wollen die Lebensqualität für die Kinder und Geschwisterkinder direkt verbessern, die Eltern unterstützen und gegebenenfalls finanziell entlasten und zudem die Forschung in dem Gebiet vorantreiben. Bei allem erhalten wir tatkräftige Unterstützung unserer Schirmherrin und Mitglied des Bundestages, Michaela Noll.

Wie werden diese Aufgaben umgesetzt?

Schuster Das geht auf ganz unterschiedliche Weise. Viele Dinge fördern die Lebensqualität und tragen somit zur Heilung bei. Wir erfüllen den Kindern zum Beispiel ihre „Löwenwünsche“ – ein Besuch in einem Zoo, im Stadion oder einfach ein Trikot der Lieblingsmannschaft. Außerdem sind wir vor Ort bei den Kindern, basteln mit ihnen „Mutperlen-Ketten“ oder passen auf die Kinder auf, damit die Eltern etwas Zeit für sich haben. Wir unterstützen die Eltern schnell und unbürokratisch und stellen bei Bedarf auch finanzielle Mittel zur Verfügung. Immerhin muss oft ein Elternteil seinen Job aufgeben, wenn das eigene Kind so schwer an Krebs erkrankt.

Welche Erfolge konnten bereits erzielt werden?

Schuster Wir konnten schon einigen Familien schnell helfen – damit sie etwa ihre defekte Waschmaschine ersetzen oder ein neues Blutdruckmessgerät anschaffen können und haben Fahrtkosten ersetzt. Wir haben Wohnungen in Kliniknähe angemietet, die den Eltern bei gewissen Therapien, die keine stationäre Aufnahme, aber dennoch schnelle Anbindung an die Station benötigen, voll möbliert bereitgestellt werden. Bei der Renovierung der KMT-Station haben wir W-Lan eingebaut, damit alle Patienten einen Internetzugang haben. Um bessere Heilungsraten bei Krebs zu erzielen, wurden Geräte für die Forschung ebenso gefördert, wie Geräte, die etwa die Blutentnahme vereinfachen oder dabei die Schmerzen nehmen. Wir finanzieren Kryokonservierungen, sodass ein späterer Kinderwunsch der Patienten erfüllt werden kann. Und im Kontakt mit verschiedenen Organisationen wurden bereits viele „Löwenwünsche“ erfüllt. Wir wollen immer schnell anpacken, helfen und in kurzer Zeit das Lebensgefühl der Patienten und Angehörigen verbessern.

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