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Internationale Drogenbande zerschlagen - Kleve und Kranenburg

Festnahmen in Kleve und Kranenburg : Ermittler finden Rauschgift im Wert von 7,4 Millionen Euro bei internationaler Drogenbande

Die Bande soll die Drogen in Baumaschinen versteckt geschmuggelt haben. Das Rauschgift wurde vom europäischen Festland per Lkw an Großabnehmer in Großbritannien geliefert, so der Zoll.

Dem Zoll ist ein Schlag gegen die internationale Drogen-Mafia gelungen. In den frühen Morgenstunden des Donnerstag, 9. Dezember, vollstreckten Kräfte des Zollfahndungsamtes mit Unterstützung der Spezialeinheiten des Zollkriminalamtes und der Bundespolizei Haftbefehle gegen drei Beschuldigte im Kreis Kleve. Anschließend durchsuchten die Zollfahnder insgesamt neun Objekte in Kleve, Kranenburg und in Krefeld. Dabei stellten die Ermittler insgesamt mehr als 88,2 Kilogramm Heroin, 130 Kilogramm Haschisch, rund 250 Gramm Amphetamin, 52.000 Euro Bargeld, zwei Tresore, kleinere Mengen Dopingmittel und Arzneimittel, elektronische Datenträger und schriftliche Unterlagen sicher. „Mit den heute durch unsere Kräfte vollstreckten Maßnahmen und aufgrund der erfolgreichen internationalen Zusammenarbeit konnte diese europaweit agierende Rauschgiftgruppierung zerschlagen werden“, sagt Heike Sennewald, Pressesprecherin des Zollfahndungsamtes Essen. Der Straßenverkaufswert der gesamten sichergestellten Drogen beträgt etwa 7,4 Millionen Euro.

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Das Zollfahndungsamt führt seit mehreren Monaten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kleve ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts von Verbrechen nach dem Betäubungsmittelgesetz. Die drei Beschuldigten im Alter zwischen 33 und 39 Jahren sind verdächtig, als Mitglieder einer Bande speziell präparierte Schmuggelverstecke in Baumaschinen eingebaut zu haben. Die Maschinen sollen anschließend, mit Rauschgiftmengen im zwei- bis dreistelligen Kilogrammbereich befüllt und vom europäischen Festland per Lkw an Großabnehmer in Großbritannien transportiert worden sein, so Zoll und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Bereits am 28. Januar wurden rund 130 Kilogramm Haschisch bei zwei niederländischen Staatsangehörigen sichergestellt, die sich auf dem Rückweg von Berlin in Richtung Niederlande befanden. Diese beiden Rauschgiftkuriere sind durch das Landgericht Kleve mittlerweile zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Durch umfangreiche Ermittlungen nach der Festnahme dieser beiden Personen wurde die Rauschgiftgruppierung durch die Zollfahnder aus Kleve identifiziert.

Am 5. August konnte eine von den Beschuldigten präparierte Baumaschine nach einem Hinweis des Zollfahndungsamts an die irischen Behörden im Rahmen der internationalen Amts- und Rechtshilfe kontrolliert werden. Verbaut in einer Hebebühne, ein sogenannter „Manlifter“, wurden hierbei 88 Kilogramm Heroin sichergestellt.

Bei den Durchsuchungsmaßnahmen in Kleve, Kranenburg und Essen wurden nun weitere umfangreiche Beweismittel, darunter unter anderem Heroin, Amphetamin und das Bargeld sichergestellt. Unterstützt wurden die Kräfte der Zollfahndung durch neun Zollhundeteams der Hauptzollämter Düsseldorf, Duisburg und Köln. Die Ermittlungen des Zollfahndungsamtes Essen, Dienstsitz Kleve, im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kleve dauern an.