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Integration in Problemviertel Altkalkar

Stadtteilarbeit : Anna-Stift startet Nachbarschaftsprojekt

Die „Aktion Lichtblicke“ gibt Geld, neben der Kita „Wurzelwerk“ sind die geeigneten Räume vorhanden.

(RP) Der Ortsteil hat Probleme: Wenig schöne Wohnblocks aus den 80-ern, Ladenlokale in einem Komplex, der in eine Kleinstadt überhaupt nicht passt, im Hintergrund durchaus auch bürgerliche Wohnstraßen. Die Menschen, die in Altkalkar zuhause sind, kennen sich häufig nicht, müssen aber miteinander auskommen. Für sie hat das Gocher Anna-Stift jetzt ein Projekt entickelt, das zu besserer Nachbarschaft führen soll. Maike Heßeling ist das Gesicht dazu. Seit kurzem hat sie Räume neben dem Caritas-Kindergarten (und Familienzentrum) „Wurzelwerk“ bezogen. Gefördert durch die „Aktion Lichtblicke“ sollen in den kommenden beiden Jahre die Wünsche und der Unterstützungsbedarf der Familien erkundet werden. Die Birkenallee führt in das Wohngebiet, dann geht es weiter auf der Washington- oder Lincolnstraße. Erst lebten dort Soldaten, danach kamen die Russlanddeutschen, die als Aussiedler nach Deutschland kamen. Mittlerweile haben auch sie wieder Platz gemacht, vielfach für Flüchtlingsfamilien, darunter eine größere Zahl jesidischer Kurden. Geblieben ist, dass diese für die

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Region ungewöhnliche Bevölkerungsstruktur wechselnde Probleme mit sich bringt, weiß nicht nur Norbert Pastoors vom Gocher Anna-Stift.

Welche Probleme das sind, das zu erkunden steht für Maike Heßeling oben auf der Liste. Natürlich wird der Alkoholkonsum junger Russlanddeutscher ein Thema sein, auch Gewalt ist vielen nicht fremd. Wenn die Bevölkerungsgruppen inzwischen auch durchmischter sind, als das mal der Fall war, leben die einzelnen Gruppen und da laut Pastoors insbesondere die Kurden voneinander isoliert. Maike Heßeling setzt deshalb vor allem darauf, Kontaktmöglichkeiten zu schaffen.

Träger der Kita nebenan ist die Kolping-Elterninitiative, mit der das Anna-Stift schon seit den 70er-Jahren zusammenarbeitet. Dort  möchte Heßeling ab Januar ein Elterncafé anbieten. Eine Spielgruppe für Flüchtlingskinder gibt es bereits, damit die Kleinen schon mal die Sprache lernen und erste Kontakte knüpfen, bevor sie in die Kita gehen. „Vor allem geht es darum, Brücken zu schaffen“, sagt Pastoors. Dafür bietet das Familienzentrum eine gute Basis: „Wir haben hier einen Ort, zu dem man sowieso geht.“

Der Treff57 der Caritas und natürlich die Schulen sind weitere wichtige Kooperationspartner zum Thema „Brückenbauen“ in Altkalkar. Ob Flüchtlinge, Mütter oder Jugendliche: Sie alle sind irgendwo zu erreichen. Maike Heßeling will in den kommenden zwei Jahren intensiv daran arbeiten.