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Kleve: Integration geht alle an

Kleve : Integration geht alle an

Auch die Kreis Klever, wenngleich die Hälfte aller Ausländer niederländische Nachbarn sind, wie die SPD-Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz (MdB) bei ihrem Vortrag in Kleves Stadthalle humorvoll anmerkte.

Integration passiert mittendrin: in der Gesellschaft, am Arbeitsplatz, beim Sport. Und weil genau dieses Mittendrin und all seine Erfahrungen in das Integrationskonzept der SPD-Bundestagsfraktion einfließen sollen, stand Aydan Özoguz (MdB), SPD-Integrationsbeauftragte, am Dienstagabend vor mehr als 100 Zuhörern in der Klever Stadthalle: Zum Zukunftsdialog unter dem Motto "Integration geht uns alle an. Gleichberechtigt miteinander leben", hatte Dr. Barbara Hendricks (MdB) zu Vortrag, Erfahrungsaustausch und Podiumsdiskussion geladen — und ist damit auf reges Interesse gestoßen.

Rund eine Stunde länger als ursprünglich vorgesehen, diskutierten die Gäste im Anschluss mit den Vertretern aus Politik und Wirtschaft darüber, was hinter Integration steckt und wie sie gelingen kann — bundesweit und im Kreis Kleve. Der Rote Faden des Abends: Sprachbarrieren und der Umgang mit dem Deutschlernen. "Es geht darum zu zeigen, was besonders gut funktioniert", erläuterte die Referentin, Aydan Özoguz, den Hintergrund ihrer Rundreise für den Zukunftsdialog.

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Ein Beispiel gab's gleich vorneweg aus Hamburg: Dort haben sich Unternehmer mit Migrationshintergrund zusammengeschlossen und eine Stiftung gegründet für junge Menschen, die keinen Anschluss finden — inklusive Hilfe bei der Bewerbung und Ausbildungsplatzsuche. Die Erfolgsquote liegt bei 90 Prozent. "Unser Augenmerk liegt aktuell insbesondere auf dem Bereich der besseren Berufsvorbereitung sowie auf dem Übergang von Schule zum Beruf", so Özoguz, "eine solche Initiative ist Vorzeigeprojekt."

Die Kernbotschaft seitens des Kreis Klever Wirtschaftsförderers, Hans-Josef Kuypers, der unter anderem auf dem Podium mit diskutierte, war die, dass in der örtlichen Unternehmerschaft sehr große Akzeptanz für ausländische Mitarbeiter vorherrsche. Die Grenzen seien dort erreicht, wo keinerlei Deutschkenntnisse vorhanden sind. Kuypers lobte die vielfältige Diskussion des Abends insbesondere unter Einbindung der Zuhörerschaft, "das war eine sehr gelungene Veranstaltung, zum richtigen Zeitpunkt platziert", zog er gestern Fazit.

Neben Hans-Josef Kuypers nahmen auf dem Podium Platz: Gerrit Hermans, Mitarbeiter der Integrationsagentur des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer, Ismet Kezer, Klever Bürger und AOK-Mitarbeiter, "der seinen Weg in unserer Stadt gegangen ist", wie Barbara Hendricks betonte, und Kirchenrat Rafael Nikodemus, Migrationsbeauftragter der Evangelischen Kirche im Rheinland, der seine Erfahrungen insbesondere auch in der Flüchtlingsarbeit sammelte, sowie Referentin Aydan Özoguz selbst. Sie warnte im Laufe des Abends vor einer erschreckenden Entwicklung: "Die Bewegung, dass so viele gut ausgebildete Menschen unser Land verlassen", sagte sie.

Neben vielen bundesweiten Zahlen, konnte sie auf den Kreis Kleve konkret herunter gebrochen festhalten, dass von 310 000 Einwohnern rund zehn Prozent Ausländer und davon wiederum die Hälfte Niederländer sind. "Sie machen es besonders gut", sagte die Integrationsbeauftragte, "in Kleve werden viele Menschen eingebürgert."

(RP/rl)