Kleve: Innenstadt platzt aus allen Nähten

Kleve: Innenstadt platzt aus allen Nähten

Das Weihnachtsgeschäft läuft auf Hochtouren. Die Innenstadt ist gerade am Wochenende voller Kunden, die Geschäfte machen den besten Umsatz des Jahres. Ein Besuch bei der Buchhandlung Hintzen und im Schuhhaus Kürvers.

Exakt zehn Tage vor Heiligabend lief das Weihnachtsgeschäft in Kleve am Samstag langsam aber sicher auf die Zielgerade ein. Warum die letzten Wochen des Jahres gerne als Fest des Einzelhandels genannt werden – das Wochenende in Kleve lieferte das beste Beispiel dafür. Und zeigte, warum sich die Schwanenstadt ein Parkleitsystem zulegt. Gerade wer zu Stoßzeiten den Weihnachtsbummel verrichten wollte, musste für freie Parkplätze in Innenstadtnähe Geduld aufbringen. Ergebnis: Die rappelvolle Klever Innenstadt lässt bei den ansässigen Händlern die Kassen klingeln. Dabei machen die Kunden entgegen manch anders lautender Stimmen längst nicht an der Neuen Mitte halt. Bei der Buchhandlung Hintzen an der Hagschen Straße herrscht derzeit Hochbetrieb. "Es ist die gesamte Breite des Sortiments, die derzeit läuft", sagte Matthias Hintzen. Für ihn überraschend: Die derzeit anrollende Welle an Literatur rund um den Ersten Weltkrieg, dessen Beginn sich im kommenden Jahr zum 100. Mal jährt, ist sehr gefragt. "Ich hätte nicht gedacht, dass der Bedarf so groß ist", sagt Hintzen. Ansonsten beliebt wie eh und je: Kriminalromane, Belletristik.

Verkäuferin Sabine Arntz präsentiert die Weihnachtsware im Schuhhaus Kürvers. Foto: Stade, Klaus-Dieter (kds)

Ebenfalls ein Verkaufsschlager in diesem Jahr: Das Buch "1977 im Kleverland: Geschichten in Schwarz-Weiß", das in der Schwanenstadt anscheinend einen ganz besonderen Markt bedient. "Die Klever haben ein historisches Bewusstsein ihrer Stadt. Ich habe von anderen Autoren gehört, dass ähnliche Bücher in Nachbarstädten keinen so großen Markt haben", sagt Hintzen.

Auch im Schuhhaus Kürvers nebenan zieht die weihnachtliche Dekoration die Kunden ins Geschäft. "So wie vor einigen Jahrzehnten, als Schuhe noch gefragte Geschenke waren, ist es heute aber nicht mehr", sagt Brigitte Kürvers-Will, die den Betrieb gemeinsam mit Marlies Jammers leitet. Schuhe seien heute in erster Linie Gebrauchsgegenstände. Doch darauf ist man bei Kürvers eingestellt: "Wir haben Accessoires wie Taschen, Portemonnaies und Schals im Sortiment, die als Geschenke sehr gefragt sind", sagt Kurvers-Will.

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Auch bei Kürvers weiß man, dass die Kunden in Kauflaune gebracht werden möchten. "Die weihnachtliche Dekoration gehört bei uns schon immer dazu", sagt die Geschäftsführerin, die auf Qualität und Einzelstücke setzt. "Wir bieten nur echtes Leder, kein Synthetik. Und fast alle Taschen, die bei uns hängen, haben wir auch nur einmal im Geschäft", sagt Brigitte Kürvers-Will.

Denn wenn Unikate unter dem Weihnachtsbaum liegen, verhindere das eine böse Überraschung nach dem Fest. "Man hat es ja auch nicht gerne, wenn dann jede Dritte mit der gleichen Handtasche durch die Innenstadt läuft", sagt die Geschäftsführerin.

(lukra)
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