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In Kleve gibt es zwei bestätigte Corona-Fälle - Gymnasium und Grundschule am Donnerstag geschlossen

Zwei Schulen schließen : Zweiter Corona-Patient im Kreis Kleve

Ein zweiter Fall einer Coronavirus-Infektion wurde nachgewiesen. Auch hierbei handelt es sich um eine Person aus Kleve. Beide Infizierten befanden sich auf derselben Auslandsreise. Zwei Schulen schließen vorübergehend.

Eine weitere Person aus Kleve hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das gab der Kreis Kleve bekannt. Damit gibt es kreisweit zwei Patienten (Stand Mittwoch, 11. März 2020), bei denen eine Infektion mit dem Virus nachgewiesen wurde. Beide infizierten Personen befanden sich nach Angaben des Kreises Kleve auf derselben Auslandsreise.

Wie der erste bestätigte Fall zeigt auch die zweite betroffene Person „nur“ geringe Symptome auf. Sie befindet sich seit Dienstag in häuslicher Isolation. Diese Quarantäne betrifft auch weitere Familienmitglieder. Derzeit ermittelt das Kreisgesundheitsamt die Personen, die mit beiden Erkrankten in Kontakt gekommen sind. Anfragen unserer Redaktion dazu, welches Geschlecht die Betroffenen haben, welchen Alters sie sind, in welcher Region sie sich aufgehalten haben, wollte Kreis-Sprecherin Ruth Keuken mit Verweis auf den Daten- und Persönlichkeitsschutz nicht beantworten. Aus gut unterrichteten Kreisen heißt es, dass sich die Betroffenen im Skiurlaub mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Nele ist eines von 90 Kindern der Kindertagesstätte Arche Noah in Kellen, die in diesen Tagen zu Hause bleiben müssen. Foto: Anja Settnik

Wie im Rat der Stadt Kleve am Mittwochabend mitgeteilt wurde, sind es zwei Männer, die sich infiziert haben. Die Ergebnisse für die Ehefrauen und Kinder stünden noch aus, sie sollen am Donnerstag vorliegen. An diesem Tag kommen auch die Bürgermeister des Kreises zusammen, um sich über das weitere Vorgehen abzustimmen.

Sorgen machen sich unterdessen die Eltern der Kinder, die vermutlich für einige Stunden Kontakt zum Kind des erkrankten Mannes hatten. Sie hoffen, dass weder das Kind, das jetzt mit seinen Eltern in Quarantäne ist, erkrankt, noch das eigene Kind. Die vierjährige Nele zum Beispiel geht seit Mittwoch nicht mehr in den Kindergarten in Kellen. Am Dienstag war sie noch dort, musste dann aber abgeholt werden. Auf dringende Empfehlung der Kreisverwaltung beschloss die Pfarrei St. Willibrord, die katholische Kindergärten in Kellen und Griethausen betreibt, die Kita „Arche Noah“ vorerst zu schließen. Seitdem ist Nele wie rund 90 weitere Kinder der Einrichtung mit ihren Eltern zu Hause. Nicht in Quarantäne, sie dürfen nur nicht in den Kindergarten. „Unsere vierjährige Tochter versteht das noch nicht so richtig. Klar, sie hat vom Virus gehört, aber für sie haben wir einfach unerwartet Urlaub“, erzählt Neles Mutter Verena Urban-Nicolussi. Ihr Arbeitgeber ermöglicht ihr generell, im Home-Office zu arbeiten. Auch der Vater ist zu Hause. „Erst einmal gilt die Regelung ja nur bis Freitag, das ist kein großes Problem, auch wenn ich keine Gelegenheit hatte, Vorräte anzulegen“, sagt die Kleverin. Aus dem Haus gehen will sie erst einmal nicht – aus Verantwortungsgefühl. „Was, wenn das Kind mit dem Virus infiziert ist? Dann könnte unseres angesteckt sein und wir ebenso. Zumal wir die Kleine ja auch immer in die Kita bringen – ich liefere sie morgens ab, mein Mann holt sie heim. Sicherheitshalber bleiben wir jetzt im Haus und warten ab.“

Der Kindergarten Arche Noah in Kellen bliebt erst einmal bis zum 13. März geschlossen. Hintergrund ist eine entsprechende dringende Empfehlung des Kreises Kleve vom 10. März. Demnach ist bei einem Angehörigen eines Kindes, das den Kindergarten besucht, der neuartige Coronavirus ,Covid-19’ festgestellt worden“, so die Bischöfliche Pressestelle. Am Mittwoch haben auch erste Klever Schulen beschlossen, sicherheitshalber am Donnerstag keinen Unterricht stattfinden zu lassen. So wird das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium geschlossen bleiben. Direktor Timo Bleisteiner erklärt den Eltern und Schülern, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, weil man auf das Ergebnis eines Tests warte. Es bestehe die Möglichkeit, dass sich ein Kind mit dem Virus infiziert habe. Die Grundschule in Rindern wird am Donnerstag ebenfalls nicht öffnen. In einem Schreiben an die Erziehungsberechtigten und Eltern beider Schulen teilte der Kreis Kleve mit: „Ihre Einrichtung wurde am 9.3.2020 von dem Kind eines Patienten mit Nachweis von Coronavirus besucht. Das Kind selber ist bisher nicht erkrankt. Wir haben dem Träger aus Vorsorgegründen empfohlen, die Einrichtung zunächst am 12.3.2020 und möglicherweise für einige weitere Tage zu schließen, damit weitere Ermittlungen erfolgen können.“

Bei der Stadt Kleve wurde inzwischen ein Stab „Corona“ unter Leitung der Ordnungsbehörde eingerichtet. Die Stadt kündigte an, den Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales umzusetzen und Großveranstaltungen mit mehr als 1000 zu erwartenden Besuchern grundsätzlich absagen. „Ist eine Veranstaltung auf enge Interaktionen der Teilnehmenden ausgerichtet behält sich die Stadt Kleve vor, auch unterhalb der Besuchergrenze eigene Veranstaltungen abzusagen. Grundsätzlich obliegt es dem Veranstalter, Veranstaltungen unterhalb der 1000-Teilnehmer-Grenze abzusagen“, so die Stadt.