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In Kalkar gibt es mit der Streetballanlage einen neuen Problembereich

Freizeitanlage : Ärger mit neuer Streetballanlage

Es ist gerade mal zwei Wochen her, seit die neue Streetball-Anlage zwischen Sportplatz und Tennisplatz ihrer Bestimmung übergeben wurde. Und schon gibt es Ärger wegen Lärm, Verschmutzung und Drogen.

Politik, Verwaltung und Kirchen waren mit Recht ein wenig stolz auf diese Errungenschaft: Ende Mai wurde – trotz der Einschränkungen durch die Corona-Krise – das neue Streetball-Feld zwischen Sport- und Tennisplatz den Hobbysportlern übergeben. Finanziert aus den Erlösen der kommerziellen Altkleidersammlung auf städtischen Flächen und Spenden der Kirchen konnten zwei Spielfelder mit je zwei metallenen Basketballkörben angeschafft werden. Der Bauhof hat die Anlage errichtet, Bürgermeisterin Britta Schulz und einige Kollegen warfen fürs erste Foto einige Körbe. Im jüngsten Ausschuss für Schule und Sport war jedoch zu erfahren, dass es bereits Ärger um das neue Angebot gibt.

Marco van de Löcht, SPD-Ratsherr und Vorsitzender des Sportvereins Grün-Weiß Kalkar, macht sich große Sorgen. Zur Sitzung des Ausschusses brachte er einige Fotos von Vandalismusschäden und reihenweise leerer Alkoholflaschen mit. Die gibt es laut Günter Pageler (FBK) nicht nur auf der Streetballanlage und in „Onkel Tom’s Hütte“ am Sportplatz, sondern auch im Park am Schwanenhorst und im Bereich des Schulzentrums. „Und das sind nicht irgendwelche Fremden, sondern unsere Jugendlichen“, betont van de Löcht.  Die Sache betreffe ganz Kalkar und es müsse sich dringend darum gekümmert werden.

Das sieht auch die Verwaltung so. Natürlich habe man durchaus auch einen Treffpunkt für die Jugend schaffen wollen, sagt die Bürgermeisterin. Aber damit sei natürlich nicht gemeint, dass dort nächtelang gezecht oder Drogen konsumiert werden dürften. Tatsächlich sollen schon leere Spritzen und Tütchen mit Resten verbotener Substanzen gefunden worden sein. „Ich weiß das auch aus polizeilicher Sicht“, bestätigt Sven Wolff aus der CDU-Fraktion. Der Bürgermeisterkandidat seiner Partei berichtet, die Kollegen hätten dort schon nachts um zwei Uhr Versammlungen aufheben müssen; von „Corona-Partys“ ist die Rede.

„Wenn das nicht anders wird, müssen wir den Platz wieder schließen“, so Schulz. An die Vernunft aller Nutzer appelliert sie: „Die Flasche Bier, die man trinkt, kann man auch wieder mit nach Hause nehmen.“ Fachbereichsleiter Andreas Stechling teilte mit, das Schilder, die auf eine zeitliche Beschränkung hinwiesen – der Platz soll abends nur noch bis 21 Uhr geöffnet sein –  in der Mache seien.

Dass die schöne neue Anlage nicht gleich wieder zugemacht wird, hoffen David und seine Kumpels sehr. Sie sind junge Männer, die in Kalkar und Nachbarorten wohnen und sich nach der Arbeit zum zwanglosen Freizeitsport dort treffen. „Vor kurzem habe ich einen Besen mitgebracht und das Feld gründlich abgefegt, denn hier lagen eine Menge Scherben herum“, berichtet der 32-Jährige. Flaschen habe er eingesammelt und sogar Erbrochenes entfernt. Mobile Bänke vom Tennisplatz seien auf die Anlage geschleppt worden, wohl damit es sich größere Gruppen gemütlich“ machen konnten.

Sehr ärgerlich sei das, wenn einige Leute den anderen, die einfach nur Spaß haben wollen, die Sache gleich wieder verderben. Andreas, Matthias, Stefan und Peter, die während des Besuchs der Rheinischen Post am frühen Abend auftauchen, schütteln ebenfalls die Köpfe. „Das ist die schönste Anlage weit und breit, die muss man sich doch erhalten“, findet Andreas.

Gedacht ist das Streetball-Feld für „bestimmungsgemäßen Gebrauch“, heißt es aus der Verwaltung. Streetworker Peter Holderberg soll nun öfter mal nach dem Rechten sehen, auch (teure) Kontrollen durch Security-Leute wird es wohl geben. Wer einfach nur Sport treiben und sich mit seien Freunden treffen möchte, ist weiter sehr willkommen.