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Unsere Seelsorger: In Gottes Namen unterwegs und in Kellen zu Hause

Unsere Seelsorger : In Gottes Namen unterwegs und in Kellen zu Hause

Im Alter von 83 Jahren starb der langjährige Pastor der St. Willibrord-Pfarre. Für ihn war die Gemeinde seine Heimat.

Pfarrer Wilhelm van Ooyen, der am 24. April 1909 in Keppeln geboren wurde, war ein frommer, bescheidener, humorvoller, fleißiger und hilfsbereiter Mensch. Als der frühere Pfarrer der St.-Willibrord-Gemeinde Kellen am 15. August 1992 im Alter von 83 Jahren starb, stand schon seit langem durch seine eigene Verfügung fest, dass sein Grab in Kellen sein sollte. Er ist neben seinem Vorgänger Josef Bullmann auf dem Neuen Friedhof, ganz in der Nähe der Feierhalle, bestattet.

 Pastor van Ooyen vor den Bücherregalen im Pfarrhaus.
Pastor van Ooyen vor den Bücherregalen im Pfarrhaus. Foto: privat

Von 1958 bis 1981 war Wilhelm van Ooyen Pastor in Kellen. Danach wirkte er noch elf Jahre lang in der Gemeinde St.-Nikolaus in Alpen-Veen. Ein Wegbegleiter, Pfarrer i.R. Theodor Pleßmann, heute in Friesenried, früher von 1967 bis 1972 Kaplan in Kellen, erinnert sich an den beliebten Seelsorger. Bevor der Neupriester seinen Dienst in St.-Willibrord antrat, hatte er durch drei Besuche Pfarrer Wilhelm van Ooyen schon recht gut kennengelernt.

 Der Kellener Priester mit einer Pilgergruppe in den 60er Jahren im Marienwallfahrtsort Lourdes.
Der Kellener Priester mit einer Pilgergruppe in den 60er Jahren im Marienwallfahrtsort Lourdes. Foto: NN

Der Kaplan war für den Pastor ein gleichberechtigter Seelsorger, mit dem er die liturgischen Dienste gleichmäßig teilte. "Herr Kaplan, Sie können als Kaplan seelsorglich wirken, wie Sie wollen. Ich verlange von Ihnen nur Hausbesuche bei der Hälfte der Gemeinde im Jahr, weil das Konzil von Dialog gesprochen hat, und bleiben Sie katholisch!" Bei Trauungen und Beerdigungen wechselte der Dienst wöchentlich.

Neben zahlreichen Hausbesuchen machte Wilhelm van Ooyen viele Krankenbesuche - auch zum Krankenhaus fuhr er mit seinem Fahrrad - und Besuche zu den Geburtstagen der alten Menschen. Dadurch hatte er in der ersten Woche des Monats rund 60 Krankenkommunionen, täglich zehn vor dem Religionsunterricht. Sein außerordentlicher Eifer als Seelsorger wird verständlich, wenn man bedenkt, dass er ein großer Verehrer des hl. Pfarrers von Ars war. Es war sein Anliegen, schon bald mit dem Kaplan zusammen eine Kurzreise nach Paris und Ars zu machen. So suchten sie fast drei Tage die Spuren des hl. Jean-Maria Vianney auf, und es gelang Wilhelm van Ooyen hervorragend, die Spiritualität des großen Heiligen, des Patrons aller Pfarrer, zu verdeutlichen. "Wahrhaft, hier war die Quelle seines priesterlichen Wirkens", blickt Pfarrer Pleßmann zurück.

Eine Statue seines Lieblingsheiligen, geschnitzt von dem Kellener Bildhauer Josef Kopetzki, hatte einen Ehrenplatz im Pfarrhaus. Es spricht für den Humor des Pastors, dass er der Büste des Pfarrers von Ars hin und wieder seine berühmte Baskenmütze aufsetzte. Pastor van Ooyen gab den "Kellener Kirchenkalender" heraus, eine sorgsam geführte und reich bebilderte Chronik und Fundgrube ohnegleichen. Baskenmütze, Kirchenkalender und Hausbesuche, das waren die Kennzeichen von Pfarrer Wilhelm van Ooyen. Viele kirchliche Einrichtungen wurden in seiner Zeit renoviert, erweitert oder neu eingerichtet.

Und noch etwas prägte ihn: Oft unternahm er mit seinen Pfarrangehörigen Pilgerfahrten, darunter nach Lourdes oder nach Rom. Mit allen kirchlichen und weltlichen Vereinen pflegte er gute Kontakte. Er setzte sich für den Erhalt der Kath. Bekenntnisgrundschule und für die vier Segensaltäre bei der Fronleichnamsprozession in Kellen ein.

(RP)