Bisher nur bei Hausärzten möglich Impfzentrum im Kreis Kleve auch für Vorerkrankte offen

Kreis Kleve · Betroffene konnten sich im Kreis Kleve bisher allein an die Hausärzte wenden. Das ist nun anders. Warum sich die Strategie geändert hat und worauf Menschen mit Vorerkrankungen achten müssen.

 Menschen mit Vorerkrankungen können sich nun auch um einen Termin im Impfzentrum des Kreises Kleve bemühen.

Menschen mit Vorerkrankungen können sich nun auch um einen Termin im Impfzentrum des Kreises Kleve bemühen.

Foto: Evers, Gottfried (eve)

Die Regelung hatte für Kritik bei Betroffenen gesorgt: Personen mit Vorerkrankungen, die einen Impftermin vereinbaren wollen, konnten sich im Kreis Kleve bislang allein an die Hausärzte wenden. Da dort Impfstoff knapp war, konnte das wiederum zu wochenlangen Wartezeiten führen. Kritik gab es vor allem, weil es währenddessen in Nachbarkreisen wie Wesel möglich war, auch als Vorerkrankter einen Termin beim Impfzentrum des Kreises zu buchen.

Doch jetzt soll auch das Impfen für Vorerkrankte Tempo aufnehmen. Per E-Mail informiert das Gesundheitsamt des Kreises Kleve seit Ende vergangener Woche Betroffene, dass seit dem 30. April alternativ die Möglichkeit besteht, einen Impftermin über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) für das Impfzentrum des Kreises Kleve zu vereinbaren.

Wie kommt es zum Umschwenken der Strategie? Hintergrund dieser Änderung sei keine Initiative des Kreises Kleve gewesen, wie Sprecherin Ruth Keuken erklärt. Vielmehr handele es sich dabei um eine Entscheidung auf höherer Ebene, dass die Kassenärztliche Vereinigung jetzt diese Aufgabe übernimmt, so Keuken.

Wichtig: Das neue Impfangebot für chronisch Kranke im Impfzentrum des Kreises sei vom Gesundheitsministerium als Ergänzung zum Impfen bei den Hausärzten gedacht, so die KV. Die Praxen sind also weiter Ansprechpartner für Vorerkrankte, sie können sich jetzt aber zusätzlich über die Hotline um einen Termin bemühen. Konkret geht es um Personen nach § 3 der Impfverordnung, betroffen sind beispielsweise Personen nach Organtransplantation, Menschen, die an einer chronischen Leber-, Lungen oder Nierenerkrankung leiden oder wegen Krebs in Behandlung sind.

Der Nachweis über das Vorliegen der Erkrankung erfolgt über eine formlose Bescheinigung des Haus- oder Facharztes, die die Zugehörigkeit zur impfberechtigten Personengruppe bestätigt. Für das Ausstellen der Bescheinigung fallen den Patienten keine Kosten an, der Nachweis ist dann unbedingt zum Impftermin im Zentrum mitzubringen.

Personen, die zwar in Therapie sind, deren Krankheit allerdings nicht in der Liste auftaucht, können einen sogenannten Gleichstellungsantrag stellen. Der belegt, dass man ebenfalls zur impfberechtigten Gruppe gehört. Dieser Antrag muss wie bisher beim Kreis gestellt werden. Er kann auf der entsprechenden Internetseite hochgeladen werden, wenige Tage später gibt es dann die Bescheinigung, die zum Termin beim Arzt oder im Impfzentrum mitgebracht werden muss.

Für die Buchungen im Impfzentrum ist das Portal der Kassenärztlichen Vereinigung entsprechend geändert worden. Impftermine gibt es entweder telefonisch unter 0800 116 117 01 oder online über die Internetseite termin.corona-impfung.nrw/home.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort