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Impfzentrum: Angebot zum Impfen von Kindern wird in Kalkar gut angenommen

Corona : Schlange stehen fürs Kinder-Impfen

In dieser Woche ist wieder richtig viel los im Kalkarer Impfzentrum. Das liegt daran, dass neben terminierten Zweitimpfungen und Impfen ohne Termin nun auch die Kinder ab zwölf kommen dürfen. Einige Eltern klagen über lange Wartezeiten.

 Kai hat sich im Fernsehen schon so oft angesehen, wie kein Impfling auch nur mit der Wimper zuckt, wenn die gefürchtete Nadel in seinen Oberarm piekst, dass es für den 13-Jährigen nicht einmal zu Herzklopfen reicht. Klar will er sich impfen lassen: Die Eltern und Großeltern sind geimpft, die Nachbarn auch, von den Lehrern nimmt er es schwer an. Er würde vermutlich nicht schwer erkanken, wen ihn Covid ereilte, aber auf Quarantäne hat der Junge  keine Lust. Ihm ist jetzt schon klar: „Geimpft oder nicht geimpft“ wird zum Schuljahresbeginn in knapp zwei Wochen ein beherrschendes Thema sein. Er kann dann zumindest sagen: einmal geimpft. Und nochmal 14 Tage später hat er den vollen Schutz. So wie Kai und seine Eltern entscheiden derzeit wohl viele Familien: Im Kalkarer Impfzentrum ist Schlange stehen angesagt.

Leicht genervt zeigen sich derzeit manche Erziehungsberechtigten, die bis zu zwei Stunden mit Sohn  oder Tochter im Impfzentrum warten müssen, statt die letzten Ferientage zu genießen – vielleicht gleich nebenan im Freizeitpark Wunderland, der zumindest für die bis 14-Jährigen einigen Spaß bereit hält. Aber erst Impfen und dann noch getestet werden, um danach Karussell fahren zu können – das funktioniert wohl nicht. „Leider hält die Testpflicht, die alle ab sechs Jahren betrifft, die noch keinen Impfschutz haben, viele Familie ab“, bedauert Wunderland-Chef Han Groot Obbink.  Eine Teststation gibt’s vor der Tür – vielleicht an einem anderen Tag eine Belohnung für tapfere Impflinge?

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Nachdem der Besuch des Impfzentrums in den vergangenen Wochen nur sehr schleppend lief, ist jetzt umso mehr los, nicht nur in der „Kinderabteilung“, auch die Zweittermine und solche ohne Termin werden gut wahrgenommen. Bei Kai lief das Prozedere folgendermaßen ab: Zuhause hat ihn sein Vater online angemeldet und jede Menge Seiten ausgedruckt, die an mehreren Stellen von beiden Eltern zu unterschreiben waren. Das Gespräch innerhalb der Familie war zuvor schnell erledigt: nicht krank werden, mit ins Restaurant dürfen oder (siehe oben) demnächst ohne Test in den Freizeitpark – da gibt es einige gute Argumente. Und weil man mit 13, 14 Jahren ein denkender Mensch ist, zählt auch das wichtigste Motiv: dafür sorgen, dass unterm Strich so viele Menschen geimpft sind, dass es das Virus schwer hat und vor allem die gefährdeten Personenkreise geschützt sind. „Herdenimmunität“ ist das Zauberwort.

Was viele Leute wunderte: Zwar gibt es am Eingangszelt des Impfzentrums zwei Wege für Leute mit und ohne Termin, an der eigentlichen Anmeldung läuft aber alles wieder zusammen. Zumindest sieht es so aus. Tatsächlich sorgen nach Auskunft der Kreisverwaltung aber Sicherheitsleute dafür, dass diejenigen mit Termin schneller an die Reihe kommen. Am Schalter wird der Stapel Papier durchgesehen, dann wird der Impfling zu einem Warteplatz geleitet. Ein Kinderarzt, von der Kassenärztlichen Vereinigung zugeteilt, eilt von Kabine zu Kabine und stellt den Jugendlichen ein paar Fragen: Wo gehst Du zur Schule, wie fühlst Du Dich, ist es Deine eigene Entscheidung, Dich impfen zu lassen? Dann gibt’s die kaum spürbare Spritze, eine Süßigkeit nach Wahl, um die Nerven zu beruhigen, und im Wartebereich noch einen Tetrapak Wasser. Nach einer Viertelstunde Wartezeit sind insgesamt etwa zwei Stunden rum. Auf der Rückfahrt lässt der Papa noch ein Eis springen.

Was sagt der Kreis zum Stand der Dinge? Pressesprecherin Ruth Keuken: „Aktuell finden im Impfzentrum Kalkar und in der Impfstelle Geldern neben gebuchten Erst- und Zweitimpfungen auch gebuchte Impfungen für 12-15-Jährige und Impfungen für Personen ab 16 Jahren ohne Termin statt. Bei den angebotenen Terminkorridoren für Impfungen ohne Termin schwanken die Gästezahlen sehr – sowohl von Tag zu Tag als auch im Tagesverlauf.“ Wer eine Zweitimpfung habe, könne zudem ein Zeitfenster statt eines konkreten Termins nutzen. Und Jugendliche würden von Erwachsenen begleitet, wodurch dann noch mehr Menschen im Impfzentrum seien. Nicht selten hätten gerade die Begleiter großen (und zeitintensiven) Aufklärungsbedarf. Unterm Strich gelte: „Durch die Vielzahl der unterschiedlichen Impfgruppen ist die Steuerung im Impfzentrum deutlich komplexer und unkalkulierbarer geworden.“ Mit Termin gehe es in jedem Fall schneller. Und obwohl einige niedergelassene Kinderärzte auch gegen Covid impfen, wurden allein in der 30. Kalenderwoche 500 Termine für 12- bis 15-Jährige in den beiden Impfstellen des Kreises vergeben. Auch für die kommende Woche gebe es noch freie Plätze.

etwa bis hier sollte der Text gehen....