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Immer wieder Vandalismus am Sportplatz in Kalkar

Vandalismus Kalkar : Mit „Speeren“ auf Sportplatz-Hütte geworfen

Die Stadt Kalkar und ihr Sportverein SuS leiden unter Vandalismus. Selbst ein Wachdienst kann die Zerstörer nicht bremsen. Zuletzt wurde eine Materialhütte gewaltsam geöffnet und beschädigt.

Den Mann regt so schnell nichts auf. Er hat schon vieles gesehen und manchen Ärger, den andere aufgebauscht hätten, durch rasches Erledigen im Keim erstickt. Aber der neueste Vorfall auf „seinem“ Sportplatz-Gelände hat Stefan Wächter dazu gebracht, zumindest einen ironischen Kommentar abzugeben. Unbekannte sind vor einigen Tagen in die Materialhütte der  Leichtathletik-Jugend des Kalkarer Sportvereins eingebrochen. Und sie haben mit Pfosten, die über eine metallene Spitze verfügen, auf das Gebäude geworfen.Noch am folgenden Tag steckten die Spieße in der Wand und auf dem Dach. Wächters Facebook-Kommentar dazu: „Ein Tip für die ,Speerwerfer’, die die Materialhütte der Jugendabteilung vom SuS Kalkar aufgebrochen haben, um dort ihr Unwesen zu treiben: Der Verein hat auch eine Leichtathletik-Abteilung. Dort kann man sich anmelden und den Sport auch legal betreiben. Schade, dass ihr den Kindern und Jugendlichen des Vereins  Schaden zufügt, indem ihr das Trainingsmaterial zerstört.“

Es ist nicht das erste Mal, dass es  der Kalkarer Sportverein mit Vandalismus zu tun hat. Immer wieder bereiten Jugendliche, die sich am späten Abend auf der Anlage oder in der Nähe aufhalten, Probleme. „Ich bin da immer ein bisschen hin und her gerissen, die jungen Leute haben ja wenig Orte, wo sie sich aufhalten können, erst recht jetzt in der Corona-Zeit. Aber deshalb Sachen zerstören oder anderen schaden, das geht natürlich nicht.“ Deshalb hat der Vereinsvorsitzende  Marco van de Löcht die Sache auch angezeigt, wenn auch kaum anzunehmen ist, dass die Polizei allzu viel ermitteln wird. Zeugen solcher Vorfälle gibt es selten.

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Marco van de Löcht berichtet, dass es sich jeweils nur  sehr geringen Sachschaden handelt. Diesmal sind zum Beispiel etwa 15 ganz neue hochwertige Lederbälle inklusive ihrer Schutzhüllen in den Wald gekickt worden. „Dort konnten wir sie unbeschädigt wieder einsammeln.“ Bei einem früheren Einbruch waren leere Flaschen „entwendet“ worden,vielmehr gibt’s dort einfach nciht zu holen. „Wir haben extra eine Großpackung einfacher Schlösser besorgt, zu denen immer derselbe Schlüssel passt“, erzählt van de Löcht mit Galgenhumor. Etwas teurer sei es mal geworden, als die Kupferummantelung des Vereinsheim-Kamins abgerissen und mitgenommen worden sei., was im vergangenen Sommer passierte: Da vergnügten sich alkoholisierte Eindringlinge mit Flaschenwerfen auf dem Rasenplatz der Fußballer. Jede Menge kleiner und großer Scherben waren die Folge. „Da haben wir mit 15 Erwachsenen einen ganzen Samstag auf den  Knien verbracht, um jeden Splitter zu finden“, erinnert sich Stefan Wächter. Ein erhebliches Verletzungsrisiko auf dem Sportplatz könne man natürlich nciht ignorieren. „Ein bisschen Müll – da rede ich gar nicht drüber. Das mach’ ich weg und gut is’. Aber Scherben im Rasen können wir nicht tolerieren.“

Die Stadt Kalkar kennt die Situation nur zu gut. Fachbereichsleiter Andreas Stechling sagt: „Das Ordnungsamt läuft Streife, und wir haben seit Beginn der Corona-Zeit einen Sicherheitsdienst beauftragt, der gegebenenfalls auch Platzverweise aussprechen kann. Aber sehr abschreckend wirkt das alles offenbar nicht. Selbst wenn die Schmierereien und Zerstörungen angezeigt werden: Wenn die Täter nicht ermittelt werden könne, verläuft das Ganze im Sande.“ Besonders schade findet er, dass auch neu geschaffene Angebote für die Jugendlichen wie etwa die Streetball-Anlage durch den Vandalismus beeinträchtigt werden. Darüber macht sich auch Stefan Wächter Gedanken, der früher  Jugendtrainer war und weiß, wie der Nachwuchs tickt. Bloß wie man die wenigen, die den übrigen den Spaß verderben, positiv beeinflussen könnte, das weiß niemand.