Kreis Kleve: Immer mehr Krebskranke

Kreis Kleve : Immer mehr Krebskranke

Ob Brust-, Prostata-, Darm- oder Lungenkrebs: Immer mehr Frauen und Männer erkranken an einer der häufigsten Krebsarten. Das ergab eine Auswertung der KKH-Allianz anlässlich des Weltkrebstages am Samstag.

Darüber sprach RP-Redakteur Ludger Distelkamp mit der Leiterin des KKH-Allianz Serviceteams für den Kreis Kleve, Karin Abele.

Wie sehen die Zahlen im Kreis Kleve aus?

Karin Abele In Nordrhein-Westfalen stieg zwischen 2006 und 2010 allein die Zahl der Brustkrebserkrankungen um 46 Prozent, die der Prostatakrebserkrankungen um 48 Prozent. Aktuelle Daten für das erste Halbjahr 2011 bestätigen diese Tendenz. Diese Entwicklung gilt auch für den Kreis Kleve.

Was sind die Hauptrisikofaktoren?

Abele Das Lebensalter zählt zu den Hauptrisikofaktoren für die meisten Tumorarten, und so erhalten größtenteils ältere Menschen die Diagnose Krebs. Beispielhaft dafür ist Brustkrebs. Hier erhöhte sich der Anteil der 70- bis 74-Jährigen unter den an Krebs Erkrankten seit 2006 auf mehr als das Doppelte (plus 109 Prozent). Experten rechnen damit, dass die Zahl der Krebserkrankungen bis 2050 insgesamt um ein Drittel zunehmen wird. Wesentlicher Grund dafür: Der Anteil älterer Menschen, die von Krebs besonders betroffen sind, steigt ständig.

Gibt es einen Unterschied bei den Tumorerkrankungen zwischen Frauen und Männern?

Abele Bei Darm- und Lungenkrebs ist bei Frauen und Männern insgesamt ein Anstieg um rund ein Drittel zu verzeichnen. Auffallend hierbei: Während die Steigerungsrate beim Darmkrebs bei Männern höher liegt als bei Frauen, verhält es sich bei Lungenkrebs umgekehrt.

Ab wann kann der gesetzlich Versicherte die Vorsorge nutzen?

Abele Zunächst gilt: Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Daher sollten Versicherte Leistungen, die ihnen zur Krebsfrüherkennung zustehen, regelmäßig nutzen. So haben Frauen ab dem 20. Lebensjahr einmal jährlich Anspruch auf eine Untersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Geschlechtsorgane, ab 30 auf die Untersuchung der Brust. Männer ab 45 Jahren können einmal pro Jahr Maßnahmen zur Früherkennung von Krebserkrankungen der Prostata und des äußeren Genitales beanspruchen. Ferner können Kassenpatienten ab 35 Jahren alle zwei Jahre ein Hautscreening vornehmen lassen sowie ab 50 Früherkennungsuntersuchungen des Darms.

(RP)