Immer mehr Gäste besuchen Kreis Kleve mit Wohnmobil

Freizeit : Wohnmobilplätze stärken den Tourismus

Oft sind es Kommunen, manchmal auch Private, die die Wohnmobilplätze in den Städten und Gemeinden des Kreises betreiben. Bei den Nutzern sind Komfort und gute Lage gefragt. Kalkar hat jetzt seinen Platz privatisiert.

Es gibt Plätze im Kreis, die das ganze Jahr über gut frequentiert sind. In Goch zum Beispiel parken selbst im trübsten November oder im kältesten Januar immer eine Reihe Wohnmobilisten ihre Fahrzeuge am Ufer der Niers. Andere Plätze sind vorrangig in der schönen Jahreszeit gefragt, die Mehrzahl der Stellplätze sieht Gäste aber während der längsten Zeit des Jahres. Diese meist gut situierten Camper lassen einiges Geld in den Kommunen – Grund genug für die Touristiker, ihre Flächen zu pflegen und weiterzuentwickeln. Auch Kalkar will noch mehr als bisher für die Wohnmobilisten tun und verpachtet seinen Platz an einen privaten Betreiber. Ab sofort ist Jürgen Cronauer verantwortlich, der bereits Plätze in Kleve, Moyland und Uedem managt.

Vor 14 Jahren begann der Klever, der bis dahin eine Minigolfanlage am Tichelpark betreut hatte, mit dem Geschäft. „Die Stadt Kleve trat damals an mich heran und fragte, ob ich mir nicht vorstellen könne, einen Wohnmobilstellplatz zu betreiben“ – zusätzlich zu dem, den die Stadt am Bahnhof in Eigenregie unterhält. An der Spyckstraße begrüßt Cronauer seitdem zahlreiche Touristen, die sowohl Grün als auch die Nähe zur Stadt suchen. Moyland kam hinzu, wo es fraglos um noch viel mehr Grün und außerdem die Nähe zum Schoss geht, außerdem Uedem, das ebenfalls ein guter Tipp für Radfahrer und Wanderer ist. An der Bergstraße zeigt sich der Niederrhein von seiner seltenen, nämlich hügeligen Seite.

„Die Kalkarer Ratsvertreter waren mit der Verwaltung einer Meinung, dass es gut wäre, unseren Wohnmobilstellplatz in professionelle Hände zu geben“, erzählt Bürgermeisterin Britta Schulz. Ihr kleines Verwaltungs-Team habe sich bestimmt alle Mühe gegeben, aber um den Platz voran zu bringen, musste ein ständiger Ansprechpartner her, einer, der sich um die Touristen kümmert und die Einnahmen in die Zukunft der Einrichtung investiert. „Wohnmobilisten lassen im Schnitt 35 Euro pro Tag in der Kommune. Die Leute essen, tanken, machen Besorgungen, kaufen sich manchmal sogar ein Fahrrad vor Ort“, weiß Münzner. In Kalkar, gerade mal 500 Meter vom historischen Ortskern entfernt, haben sie an der Wayschen Straße ihre Ruhe, können zu Fuß zum Speisen auf den Marktplatz, mit dem Fahrrad zum Wisseler Strandbad oder zum Wunderland bei Hönnepel. „Wir haben hier 35 Plätze auf Schotter und Gras, es gibt Strom, Wasser, Entsorgung und Wifi“, zählt Cronauer auf. Ein Bezahlautomat schluckt pro Fahrzeug 7.50 Euro, etwas mehr als bisher. „Warum auch nicht, schließlich muss die gewünschte Infrastuktur auch verdient werden“, findet Münzner, der seit vielen Jahren zu einer kreisweit agierenden Arbeitsgruppe gehört. Der neue Pächter hat einen Videofilm in Auftrag gegeben, der künftig im Internet für den Kalkarer Reisemobilpark werben soll; ähnliche Imagefilme gibt es auch von vielen anderen Plätzen.

Cronauer als neuer Pächter, Bü Britta Schulz, Harald Münzner. Foto: Anja Settnik

Im fahrenden Zweitzuhause durch die Lande zu reisen und fast völlig autark zu bleiben, wo es einem gefällt – das wollen immer mehr Menschen. Gerade junggebliebene Ruheständler tummeln sich auf den Plätzen, genießen nicht nur das Bier im Klappstuhl, sondern nutzen auch, was ihnen die Orte in der Nachbarschaft bieten. Das ist eine Menge: In Walbeck ein beliebtes Freibad, am Rande der Gelderner Innenstadt der Holländer See, das historische Wachtendonk zieht seine Gäste mit dem pittoresken Ortskern und guter Gastronomie an, Kevelaer ist traditionsreicher Wallfahrtsort, in Emmerich locken der Yachthafen und die schicke Rheinpromenade. Ob kostenlos oder bis zu zehn Euro pro Nacht – die Gäste kommen. Sogar dahin, wo touristisch scheinbar gar nicht so viel los ist. Denn viel Grün, weite Felder und Radwege, eben alles, was Reisemobilisten erwarten, gibt’s überall am Niederrhein.