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Im Skatepark in Geldern toben sich die Profis aus

Freizeitangebote für Jugendliche im Kreis Kleve : Eine Anlage für echte Könner

Seit vielen Jahren ist die Skater- und BMX-Szene in Geldern zu Hause. Dank des Einsatzes von Hanneke Hellmann, die eigens einen Verein gründete, gibt es heute eine fast professionelle Anlage.

Ich bin zwar momentan wegen meines Armes ziemlich eingeschränkt, trotzdem habe ich mal wieder einen Skate-Park besucht. Die Parkanlage wurde von Hanneke Hellmann ins Leben gerufen und das schon vor über 20 Jahren. ,,Das Ordnungsamt hatte damals meinem Sohn verboten, auf der Straße Inliner zu fahren, weil er eine kleine Rampe unerlaubt dort platziert hatte, aber es machte ihm doch so viel Spaß! Und hier in Geldern hatte er nun mal keine andere Möglichkeit“, erzählte mir Hanneke (Niederländer nennen sich immer beim Vornamen).

Als Mutter musste sie da also etwas ändern. Sie entschied sich, eine Petition zu starten und Unterschriften und Spenden für einen Skate-Park zu sammeln. Mehrere hundert Unterschriften und knapp 90.000 DM kamen zusammen. Also wurden die erste Half-Pipe, deren Höhe stolze drei Meter betrug, und eine so genannte FunBox zum Skaten errichtet.

Sofort stürzten sich natürlich BMX-Fahrer, Skater und Scooter-Fahrer aus der Umgebung darauf. Bei meinem Besuch sah ich vor allem Scooter und nur ein BMX-Rad. Der Park ist auch weniger für Skateboards optimiert, weil er eher auf große Rampen anstatt auf Street-Elemente setzt. Es wurde sogar eigens ein Verein gegründet. ,,Zum Skaten gehört dieses Community-Gefühl dazu“, erklären die Jugendlichen. Der Verein ist nicht mit einem klassischen Verein zu vergleichen, es gibt hier nämlich keine Trainer oder so etwas. Die Anlage kann man auch als Nicht-Mitglied nutzen, obwohl der Verein echt eine coole Sache ist.

Skaten und dabei dem Bass vom lauten Rap aus der großen Box, die Hanneke (70!) immer mitbringt, zuzuhören, das macht echt Spaß. Auch wenn man noch nichts kann, helfen die Jugendlichen hier gerne. Ein bis zweimal im Jahr werden auch Skate-Contests abgehalten. Ist man Mitglied, darf man auch immer mal wieder mit zu großen Skate-Hallen mitfahren. „Auf Achse“, so heißt der Verein.

Aber nicht jeder dort ist wunschlos zufrieden. Weil er nämlich extra nach Geldern fahren muss, um seinen Spaß zu haben. Daniel (das ist der, der den Trick auf dem Foto macht) ist Gocher, leidenschaftlicher BMX-Fahrer und vermisst einen BMX- oder Scooterpark in seiner Heimatstadt. Ob Zufall oder Absicht: Sein Ausbildungsplatz ist in Geldern.

Und so ist er auf der Anlage nach Feierabend häufig anzutreffen. Er ist so gut, dass ihm viele, gerade die Jüngeren, oft zusehen. Zwischen Geldern und Goch pendelt er mit dem Zug. Sein BMX-Rad ist immer dabei und hat eine eigene Bahnfahrkarte. Und trotzdem sei das ja keine Dauerlösung, findet er.

Aber um Goch geht es im Moment ja gar nicht. Ich bin trotzdem Daniels Meinung. Um den Skatepark herum gibt es dazu noch jede Menge an zusätzlichen Sportmöglichkeiten. Einmal findet man dort einen großen Fußballplatz, dann zwei Basketball-Plätze und einige andere sportliche Geräte. Auf jeden Fall kann man in dem Park regelmäßig richtig krasse Talente beobachten kann. Am Abend kommen dann endlich auch die Skateboardfahrer, und zwar die richtigen Könner, weil die Anlage für Skateboard-Anfänger nicht ganz so gut geeignet ist. Aber immerhin: ein tolles Angebot für Kinder, Heranwachsende und sogar für Erwachsene, wie ich hörte.

Also, der Skatepark ist schon einer eigenen Geschichte würdig, aber natürlich gibt’s in Geldern noch mehr. Wer mal eine Runde schwimmen gehen will, der kann ins Parkbad Gelderland gehen. Das ist zwar nur ein normales Hallenbad, aber wer ins Freibad möchte, fährt eben nach Walbeck. Oder er schwimmt in einem See. Das mach ich auch, sobald ich aus dem Gips raus komme.