Kleve: Im Kurhaus neueste Musik für die uralte Koto aus Japan

Kleve: Im Kurhaus neueste Musik für die uralte Koto aus Japan

Neueste Musik für ein uraltes Instrument - diese Kombination machte das Konzert der "Besonderen Reihe" im Museum Kurhaus ungemein spannend. Die japanische Koto ist eine mit 13 oder mehr Saiten bespannte Wölbbrettzither aus Holz, die seit dem 8. Jahrhundert in der höfischen japanischen Musik gespielt wird. Von den Kompositionen, die im Konzert erklangen, war die älteste allerdings kaum 50 Jahre alt, zwei wurden an diesem Abend aus der Taufe gehoben.

Die in Tokio geborene Koto-Virtuosin Makiko Goto hatte mit Peter Veale (Oboe) und Hannah Weirich (Violine) zwei Musiker des renommierten Ensemble Musikfabrik an ihrer Seite, das sich der Aufführung zeitgenössischer Musik verschrieben hat. Der Neuseeländer Veale, zugleich Kurator des Konzertes und seit jeher fasziniert von südostasiatischer Musik, präsentierte sich im dunkel-geheimnisvollen "Nocturne" des Japaners Toshio Hosokawa außerdem selbst als versierter Bass-Koto-Spieler.

Insgesamt kamen fünf Kotos verschiedener Größe, Tonhöhe und Stimmung zum Einsatz - der Saal des Museums ähnelte so einer kleinen Instrumentenausstellung. Die erste Uraufführung, ein Trio des neuseeländischen Komponisten Dylan Lardelli, vereinte Geige, Oboe und Bass-Koto in geräuschhaften Klängen, teils scharf und akzentuiert, teils wie Tropfen fallend. Melodischer ging es in Jimmy Lopez' "Speculorum" (2002) zu, einem eindrucksvollen Dialog zwischen Oboe und Koto, in dem beide Instrumente ihren Klang entfalten durften.

In "Monochromer Garten V" für Koto und Bass-Koto (gespielt von nur einer Person!) lässt sich die Komponistin Malika Kishino von japanischen Gärten und Landschaften inspirieren. Mit geradezu artistischer Kraft und Schnelligkeit - oft fast zeitgleich - bearbeitete Makiko Goto die archaisch schnarrende Bass-Koto und die filigraner klingende Koto.

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Ganze fünf Notenständer wurden für das Oboen-Solostück "Distance" des Japaners Toru Takemitsu nebeneinander aufgereiht. Virtuos agierte Veale mit Stimme und Instrument, brachte die Oboe durch verschiedenste Blastechniken zu erstaunlicher Mehrstimmigkeit. Zum Schluss die Uraufführung eines Trios von Dieter Mack, das mit spannender Klangvielfalt eine fast orchestrale Wirkung erzeugte.

Veale wechselte hier zwischendurch zum Englischhorn, Weirich lotete auf der Geige extreme Höhen aus, und immer wieder mischten sich gesummte Töne in den Instrumentalklang. Der Komponist konnte seinen Applaus persönlich entgegennehmen.

(RP)