Kleve: "Ich vermisse Ulrike Ulrich"

Kleve : "Ich vermisse Ulrike Ulrich"

Frauen Union Kleve feierte den 30. Geburtstag im Museum Kurhaus ohne die als Landtagskandidatin in Geldern gescheiterte CDU-Kreisparteichefin. Bürgermeister Theo Brauer: "Ich stehe hier mit bleiernen Fußen".

Mit eindringlichem Blick scheinen die Frauen die Gäste zu mustern. Obwohl sie alle unterschiedlich sind, sind sie durch etwas verbunden: Das Gemälde von Alex Katz drückt aus, was die Frauen am 30. Geburtstag der Frauen Union Kleve fühlen. Das Ambiente im Museum Kurhaus, Ort der Geburtstagsfeier, unterstreicht die Botschaft "Politik von Frauen für Frauen".

Die Anfänge in Kleve

"Vor dreißig Jahren kamen politisch Interessierte im Kolpinghaus zusammen, daraus entstand die CDU-Frauenvereinigung.", blickt Gabriele Schmidt, Vorsitzende der Frauen Union Kleve, zurück auf die Anfänge. Immer hätte die jeweilige Lebenssituation der Frau im Wandel der Gesellschaft im Mittelpunkt gestanden.

In der heutigen Zeit bedeute das konkret, sich unter anderem für ausreichende Kinderbetreuung oder für flexible Arbeitsplätze einzusetzen. "Auch wenn die Rahmenbedingungen von Bund und Land geschaffen werden, muss die Umsetzung vor Ort geschehen.", erklärte Schmidt. "Wir dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen!"

Bürgermeister Theo Brauer, Ehrenmitglied der Frauen Union, blickte zurück auf das turbulente Gründungsjahr 1979, und unterstrich die Rolle der FU gerade angesichts der jüngsten Ereignisse.

"Ich stehe hier mit bleiernen Füßen. Ich vermisse Ulrike Ulrich, die eine fantastische Frau ist. Wir sind in einer schwierigen Lage und brauchen das Fundament der FU, um wieder Verbindungen zwischen Norden und Süden zu schaffen." Am Abend zuvor war Kreisparteichefin Ulrike Ulrich in Geldern gegen Margret Vosseler bei der Wahl zur Landtagskandidatin im Südkreis unterlegen.

"Die FU ist so lange nötig, wie Frauen nicht auf Augenhöhe mit den Männern sind", sagte Brauer und fügte augenzwinkernd hinzu: "Bei den Frauen fühle ich mich immer bombig gut aufgehoben!".

Auch Silke Gorißen, Kreisvorsitzende der FU und Kleves CDU-Chef Jörg Cosar unterstrichen in ihren Grußworten nicht nur die Bedeutung der Frauen Union, sondern nahmen Stellung zur Wahl in Geldern. "Eine hervorragende Frau ist abgestraft worden für Dinge, die sie nicht zu verantworten hat. Das wird Konsequenzen haben!", kündigte Ulrichs Kreispartei-Stellvertreter Cosar an.

Nach einem musikalischen Intermezzo auf der Harfe, gespielt von Siad Walter, hielt Hildegard Müller, Staatsministerin a.D. und Vorsitzende des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, die Festrede.

Nach einem Ausflug zu den geistigen Wurzeln der Frauen Union in der Nachkriegszeit, zeigte sie die Rolle des politischen Engagements von Frauen auf. "Es gibt nicht ein Frauenthema", erklärte Müller. Jede Zeit habe eigene Herausforderungen und es sei nötig das große Potential von Frauen zu nutzen. "Die Gleichstellungsproblematik betrifft jeden!".

(RP)