Kreis Kleve: Hymnen auf Haushalt-Software

Kreis Kleve : Hymnen auf Haushalt-Software

Die vier Bürgermeister, die ihre Haushalte ohne das KRZN aufzustellen, ziehen eine erste, sehr positive Bilanz. Das Programm von „Infoma“ komme bei den Mitarbeitern sehr gut an. Probleme gab es nur an wenigen Stellen.

Gelderns Bürgermeister Ulrich Janssen ist ein großer Freund von Sprachbildern. Die Entscheidung der Städte Geldern, Straelen und Rees sowie der Gemeinde Wachtendonk für die Haushalt-Software von „Infoma“ erklärt er so: „Wenn ein Kombi besser passt als eine Limousine, nehme ich den Kombi – sogar mit Anhängerkupplung.“ Janssen empfing gestern seine Kollegen Johannes Giesen (Straelen), Bruno Ketteler (Rees) und Udo Rosenkranz (Wachtendonk), um zu diskutieren, ob die gemeinsame Entscheidung gegen die Limousine, das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN), nach bisherigen Erkenntnissen die richtige war. Die vier Verwaltungschef kamen zu einem sehr positiven Ergebnis.

Als sich die Kommunen im Kreis darauf vorbereiteten, von der kameralistischen auf die doppische Haushaltsführung (kaufmännische Buchführung) umzustellen, fanden sie beim KRZN nicht die passenden Computer-Programme. Das Unternehmen „Infoma“ aus Ulm (siehe Info) bot dagegen die Software, die sie sich vorgestellt hatten.

Kommunen wie Mittelständler

Der Reeser Bürgermeister Ketteler vertiefte das Bild des Gelderner Amtskollegen. „Das Programm von ,Infoma’ ist für kleinere und mittlere Kommunen günstiger, zumal wir die Veranlagungen gleich mit darüber abwickeln.“ Eine Kommunemit 150 000 oder 200 000 Einwohner habe viel mehr Produkte im Haushalt und benötige daher auch eine Software, wie sie das KRZN entwickelt habe. „Das ist derselbe Unterschied wie bei einem mittelständischen Unternehmen und einem Weltkonzern. Die kaufen auch unterschiedliche Programme“, ergänzte Gastgeber Janssen.

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In Rees, Straelen und Wachtendonk ist die Software seit vier Monaten im Praxistest. „Es hat unsere Erwartungen erfüllt. Auch der Service durch ,Infoma’ ist vorbildlich, sagen meine Mitarbeiter“, erklärte der Reeser Verwaltungschef Ketteler. Für Bürgermeister Giesen war die Versendung der Steuerbescheide die entscheidende Probe: „Da ist nichts später rausgegangen, deshalb sagen wir deutlich Ja.“

Probleme gab es an anderen Stellen. „Die Daten für die Kindergartenbeiträge waren nicht kompatibel, das hat einiges an Zeit und Geld gekostet, bis alles im neuen System war“, sagte der Wachtendonker Bürgermeister Rosenkranz.

Die Kosten des Wechsels wollen die Bürgermeister noch nicht beziffern. Dafür sei es zu früh, weil die Einsparungen im Vergleich zu den jetzt bezahlten Lizenzgebühren gering seien. „Das muss man auf mehrere Jahre sehen“, sagte Rosenkranz. „Soweit wir das bisher sagen können, stehen wir auf keinen Fall schlechter da“, erläuterte Giesen.

(RP)
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