Kleve: Humus-Ballett mischt Säle auf

Kleve: Humus-Ballett mischt Säle auf

Seit 30 Jahren sorgen die tanzwütigen Männer aus Kleve für siedende Stimmung - auch außerhalb des Karnevals. Aktuell bringen Asterix und Obelix auf der Bühne die Römer zur Verzweiflung.

"Ganz Gallien ist von den Römern besetzt... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten." Die berühmten Comic-Figuren Asterix und Obelix feiern in der laufenden Karnevalssession fröhliche Urständ, wenn das Humus-Ballett auf den Bühnen im Klever Land seinen zwerchfellerschütternden Tanz aufführt. Die Gallier gehen gegen die Römer tänzerisch aufeinander los - da bleibt kein Auge trocken.

Selbstständige Hobbygruppe

Die Überlegungen, in der Schwanenstadt ein Männerballett aus der Taufe zu heben, liegen schon 30 Jahre zurück. Norbert Leenders ("Ich bin der Ur-Humus"), der auch heute noch gekonnt das Tanzbein in der neunköpfigen Formation schwingt, erinnert sich: "Wir waren seinerzeit sechs Gründungsmitglieder und Trainerin Ulla Essers. Jedes Jahr haben wir einen neuen Tanz einstudiert, wobei die Besetzung schon mal wechselte. Wir waren in der Region das einzige reine Männer-Ballett, das nur getanzt hat."

Die Wurzeln der Gruppe liegen bei der Karnevalsgesellschaft Schildbürger, seit drei Jahren ist das Humus-Ballett eine "selbstständige Hobbygruppe", die vereinsunabhängig ist.

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Mittlerweile fährt die Tanz-Truppe zweigleisig. "Wir machen jedes Jahr einen neuen Tanz und seit einem Jahrzehnt auch eine Playback-Show im humoristischen Stil. Wir nehmen uns selbst auf die Schippe", sagt Norbert Leenders. Der Terminkalender des Humus-Balletts ist gerade in der Fünften Jahreszeit prall gefüllt. Bei diversen Karnevalsveranstaltungen sind sie Stammgast, auch für Damensitzungen werden sie gebucht.

"Das ist die Erfüllung eines jeden Männer-Balletts", stellt Leenders augenzwinkernd fest. Aber auch bei Geburtstagen, Familien- und Vereinsfeiern sind die Männer mit den strammen Wader gerngesehene Gäste. "Lustig, anstrengend und chaotisch", so umschreibt Janine Stoffels, eine von drei Trainerinnen, die Arbeit mit den Hobby-Tänzern, die zwischen 28 und 68 Jahre alt sind und jeweils mittwochs für 90 Minuten das Tanzbein schwingen.

"Tanzen macht süchtig", stellt Rüdiger Reymer fest, der sich um die Organisation kümmert. Und Norbert Leenders ergänzt: "Wenn wir uns eine Woche nicht sehen, vermissen wir das schon." Echte Freunde sind die Akteure des Humus-Balletts mit den Jahren geworden. "Wir sind Clowns und machen das aus Spaß", sagt Norbert Leenders.

(RP)
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