Hochschule Rhein-Waal Kleve Neues Forschungsprojekt über medizinische Implantate

Kleve · Die Hochschule Rhein-Waal (HSRW) arbeitet an Nanogeneratoren für die Gesundheit. Auch Nachhaltigkeitsaspekte spielen beim Projekt eine wichtige Rolle.

 Amir Fahmi (l.), Professor für Materialwissenschaften, und Viraj Pratap Nirwan arbeiten an dem internationalen Projekt.

Amir Fahmi (l.), Professor für Materialwissenschaften, und Viraj Pratap Nirwan arbeiten an dem internationalen Projekt.

Foto: HSRW

Ein Forschungsprojekt an der Hochschule Rhein-Waal entwickelt nun eine ganz neue Generation an implantierbaren Elementen: Medizinische Implantate müssen im Körper nicht nur Körperteile oder Organe ersetzen, sondern auch eine Vielzahl von Funktionen erfüllen. Unter anderem dürfen sie vom Körper nicht abgestoßen werden, nicht ständig ausgewechselt werden müssen und sollten ebenso belastbar sein wie das Körperteil, das sie ersetzen. Einige Implantate, etwa Herzschrittmacher oder implantierbare Insulinpumpen, müssen zudem mit Strom versorgt werden, belasten also den Körper oft zusätzlich durch potenzielle Giftstoffe in ihren Batterien.

Diese sollen andere implantierte medizinische Geräte mit Strom versorgen und außerdem elektrische Stimuli für die Nervenregeneration und das Nachwachsen bereitstellen, indem sie Bewegungen und Vibrationen, die jeder menschliche Körper mechanisch erzeugt, in Elektrizität umwandeln. Unter der Leitung von Amir Fahmi, Professor für Materialwissenschaften an der Fakultät für Technologie und Bionik der Hochschule, wird die Forschung in diesem Bereich vorangetrieben. Das neue Kooperationsprojekt „Bioteng“, in dem neben der Hochschule Rhein-Waal auch Universitäten aus Estland, Lettland und Russland beteiligt sind, hat sich zum Ziel gesetzt, sogenannte Nanogeneratoren zu entwickeln, die aus nanostrukturierten Biomaterialien bestehen. Nanogeneratoren können kleine physikalische Veränderungen, die beispielsweise durch Bewegung ausgelöst werden, in Elektrizität umwandeln.

Nanogeneratoren sollen flexibel sein, weil sie in Weichgewebe implantiert werden und dort verschiedene Bewegungen mitmachen müssen, sie müssen außerdem möglichst langlebig sein. Gleichzeitig zielt das Forschungsprojekt aber auch darauf ab, biologisch abbaubare Nanogeneratoren zu schaffen, sodass keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten. Zudem werden diese Geräte so entwickelt, dass sie nach ihrem Lebenszyklus vom Körper abgebaut werden. Damit entfällt die Notwendigkeit chirurgischer Eingriffe, die derzeit für den Austausch und die Entfernung implantierbarer Geräte eingesetzt werden.

An der Hochschule Rhein-Waal arbeitet neben Amir Fahmi auch Viraj Pratap Nirwan als wissenschaftlicher Mitarbeiter an dem Projekt. Das Projekt soll in drei Jahren abgeschlossen werden und zu Fortschritten auf dem Gebiet der triboelektrischen Nanogeneratoren und der Nanomaterialien im Allgemeinen führen.

(RP)
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