Kreis Kleve: HRW mit Wissensspeicher

Kreis Kleve : HRW mit Wissensspeicher

122,3 Millionen Euro gibt das Land für den Bau der Hochschule Rhein-Waal. Schon im Frühjahr sollen die Bagger rollen, die Bauarbeiten zum Wintersemester 2012/2013 beendet sein. Spreen: Auch ein Konjunkturprogramm.

Mit Häfen kennen sie sich aus, die Architkten von nps tchoban voss aus Hamburg. In der berühmten Hafencity der Hansestadt planten sie das Überseequartier, in Sankt Petersburg das Martinow Ufer und in der Kreisstadt Kleve jetzt die Hafen-Hochschule.

nps tchoban und voss wurden gestern als das Siegerteam aus dem vergaberechtlichen Verfahren "Hochschule Rhein-Waal" (HRW) mit einem schönen Entwurf für Kleve vorgestellt, der unter anderem den alten Getreidespeicher in einen Wissenspeicher verwandelt. Der Speicher überragt das sieben Hektar große Areal der Hochschule und vereint Modernität und Tradition.

Ungewöhnlicher Weg

Die Vorstellung des Siegerentwurfs war einer der ganzen großen Schritte in Sieben-Meilen-Stiefeln, die Landrat Wolfgang Spreen auf dem Weg zur Hochschule für den Kreis Kleve gestern machte. Schon am Vormittag wurde ein entsprechender Vertrag mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen abgeschlossen, der dem Kreis Kleve ein Budget von 122,3 Millionen Euro für den Bau der Hochschule zusichert.

  • Kleve : "Der Pool ist rechtskräftig"
  • Kreis Kleve : Airport-Express: Gespräche führen
  • Kleve : Spreen-Appell: Jeder Arbeitsplatz ist kostbar

"Mit diesem Vertrag gehen die beiden Partner einen neuen, ungewöhnlichen Weg, der den Kreis in die Lage versetzt, das Vorhaben schneller als sonst möglich zu realisieren", versprach Spreen. Tatsächlich haben Landrat und Kreisverwaltung bis jetzt ein vorbildliches Tempo zur Umsetzung der Hochschule hingelegt.

Der Bau werde, so Spreen, ein Konjunkturprogramm für die Bauwirtschaft. Schon im Frühjahr sollen die Bagger rollen und im Wintersemester 2012 der Bau beendet sein. Wobei der Landrat offen ließ, ob einzelne Gebäude bezogen werden können, sobald sie fertig sind.

"Wir möchten Campus und guten Städtebau vereinen und den Leitgedanken ,lernen und studieren' so umsetzen, dass er seinen Niederschlag in der ganzen Stadt findet", sagte Ekkehard Voss, Architekt und Geschäftsführer beim Siegerbüro nps tchoban voss. Drei markante Schwerpunkte und ein Sprung übers Wasser kennzeichnen seinen Entwurf: Mensa und das große Hörsaalgebäude sowie der Wissensspeicher, dazwischen die Fachbereiche. Von der Mensa aus schaut man über den Wendehafen auf die "Skyline" Kleves mit den Türmen von Burg und Kirche.

Spreen bedankte sich bei den beteiligten Ministerien, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes und nicht zuletzt bei der Stadt Kleve für die vorzügliche Zusammenarbeit, die das zügige Voranschreiten der Planungen erst möglich gemacht habe. HRW-Präsidentin Prof. Marie-Louise Klotz hatte ein besonderes Lob für den Entwurf parat: "Die Internationalität der HRW spiegelt sich in diesem Entwurf wider."

(RP)