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Kalkar: Hotel für Ohrenkneifer und Bienen

Kalkar : Hotel für Ohrenkneifer und Bienen

Schüler der Realschule in Kalkar bereiten sich auf polnische Austauschschüler der Partnerstadt Wolin vor. In kleinen Gruppen errichten sie beispielsweise eine Insektenwand oder legen Kräutergärten an. Das ist eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag.

Das Dominikaner Bongert ist ein Relikt aus dem Mittelalter. Dort, wo vor dem Jahr 1460 niederländische Patres und Brüder des Predigerordens auf Wunsch Herzogs Johann von Cleve ein Kloster gründeten, das bis zur Säkularisation 1803 bestand, befindet sich heute eine üppige Wiese. Deren Pflege und Verwaltung hat der Kalkarer Willi Krebbers übernommen. Regelmäßig betreut er Schülergruppen, die sich in verschiedenen Projekten mit der Wiese beschäftigen.

So wie derzeit die Schüler der städtischen Realschule. Die setzen sich nämlich eine Woche lang im Rahmen des Projektes "Stadt, Land, Fluss" mit ihrer Heimatstadt und dem Niederrhein auseinander.

Ziel ist es, sich intensiver mit der eigenen Geschichte vertraut zu machen und sich gleichzeitig auf den Schüleraustausch mit der polnischen Partnerschule aus Wolin vorzubereiten. Dort führen die Schüler zeitgleich in etwa dasselbe Projekt durch, damit die Jugendlichen, wenn es zu einer Austauschwoche kommt, ihren Gästen die jeweilige Heimat vorstellen können.

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"Die Schüler haben sich für die Dauer des Projektes in kleine Gruppen von unter 30 Leuten eingeteilt. Dabei sind in einer Gruppe nicht nur Kinder eines Jahrgangs, sondern Vertreter von der fünften bis zur zehnten Klasse", erklärt Ralf Güttler, der als Lehrer das Engagement der Jugendlichen begleitet. Eine dieser Gruppe hat ein ganz besonderes Projekt übernommen. Gemeinsam errichten die Schüler eine Insektenwand auf dem Dominikaner Bongert. "Quasi ein Hotel für Insekten", erklärt Krebbers. Wildbienen, Schmetterlinge und Ohrenkneifer sollen hier künftig eine Unterkunft finden. Insekten, denen immer weniger Lebensraum zur Verfügung steht. "Umweltschutz vor Ort", nennt Krebbers das und ist stolz auf die Schüler, die ihn dabei so tatkräftig unterstützen.

Sägen, schleifen, schrauben. Eine willkommene Abwechslung zum Unterrichts-Alltag. Darin sind sich alle Schüler einig, egal ob sie zu Hause öfters oder eher selten im Garten arbeiten. "Mir hat die Arbeit richtig Spaß gemacht", strahlt Bernd Hoffmann aus der Klasse 5a, "und dass wir dafür keinen normalen Unterricht hatten, fand ich auch nicht schlimm." Ganz ähnlicher Meinung ist Justin Gaifke aus der 5 c, der zu Hause eigentlich eher selten mit im Garten arbeitet. "Die Projektwoche macht mir aber trotzdem Spaß", sagt der Fünftklässler.

Das Projekt auf dem Dominikaner Bongert finanziert sich ausschließlich durch Fördergelder, die die Garten-AG der Realschule in verschiedenen Wettbewerben gewonnen hat.

(miv)