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Kleve: Hotel Cleve: Baustopp wegen Bierkeller

Kleve : Hotel Cleve: Baustopp wegen Bierkeller

Die Stadt Kleve hat die Baustelle für das neue "The Rilano Hotel" am Spoykanal stillgelegt. Die Verwaltung bemerkte, dass ein paar Parkplätze zu wenig und einige Räume zu viel gebaut wurden. Investor Zevens: "Haben die Pläne nachgereicht."

Es war Freitagnachmittag. Der Tag, an dem ohnehin in den meisten Berufen früher Schluss gemacht wird. Doch der Start in das vergangene Wochenende verlief für die Arbeiter auf der Baustelle des "The Rilano Hotel Cleve" nicht nach Plan. Die Stadt Kleve hatte Freitag die Hotel-Baustelle stillgelegt. Bis 14 Uhr wurde den Werktätigen Zeit gegeben, ihre Sachen zu packen und den Bau zu verlassen. Grund für den plötzlichen Stillstand am Spoykanal ist, dass die Stadt Kleve in der Tiefgarage Räumlichkeiten gefunden hat, die dort laut Baugenehmigung nicht hingehören. "Es wurden Räume im Untergeschoss gebaut, wodurch nun elf Stellplätze in der Tiefgarage fehlen", erklärte Dirk Posdena, Planungsamtsleiter der Stadt Kleve. Vorgeschrieben sind 96 Parkplätze, in der Tiefgarage gibt es nach aktueller Hochrechnung nur noch 85. Der Baustopp wurde verhängt, damit der Investor die verloren gegangenen Plätze mit neuen Plänen an anderer Stelle nachweisen kann. Denn die Zahl der Pkw-Stellflächen ist rechtlich vorgeschrieben. Der Hotelbetrieb könne sonst nicht aufgenommen werden, so Posdena.

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Aufgefallen war der Stadt die Aktion "Mehr Räume statt Stellfläche", weil der Bauherr selbst neue Zeichnungen bei der Stadt eingereicht hatte, auf der die zusätzlichen Gebäudeteile eingezeichnet waren. Daraufhin hatte man sich bei der Stadt Kleve zu einer Besichtigung vor Ort entschlossen. Mit einem Gesichtsausdruck wie bei einer Vollbremsung standen die Mitarbeiter der Verwaltung im Hotelkeller. Denn die in den neuen Plänen eingezeichneten Räume fand man schon fertig gemauert vor, woraufhin der Baustopp verhängt wurde. Generell, so Posdena, habe er keine Probleme damit, wenn man bei einem Bauvorhaben Änderungen vornehmen wolle. Wo er jedoch ein Problem mit habe, sei, wenn die Reihenfolge bei dieser Umgestaltung so aussehe wie in diesem Fall. Sprich: erst bauen und anschließend genehmigen lassen. Zumal, so betont der Leiter des Planungsamts, es sich bei dem Bauherrn des Hotels um einen "Wiederholungstäter" handele. Zur Erklärung: Das Hotel ist bereits zu hoch gebaut worden (die RP berichtete). "Der Baustopp ist sicherlich ein rigoroses Mittel, aber wir sind schlauer geworden", sagt Dirk Posdena.

Der Klever Unternehmer und Bauherr Berns Zevens gibt zu, dass in der Tiefgarage zwei bislang nicht eingezeichnete Räume zusätzlich gebaut wurden. "Das ist ein Wäscheraum und ein Bierkeller", sagt Zevens, der das Stilllegungsverfahren nicht ganz nachvollziehen kann und erklärt: "Die elf fehlenden Stellplätze sind 150 Meter weiter eingeplant, so dass wir auf die geforderte Zahl kommen." Zevens geht davon aus, dass die neue Planung genehmigt wird und man morgen die Arbeiten wieder aufnehmen kann.

Zunächst wird die Verwaltung die neuen Pläne prüfen. "Genug Fläche ist bei dem Bauvorhaben vorhanden, so dass die Stellplatzfrage sicher lösbar ist", sagt Posdena. Die elf Parkplätze sollen auf dem ehemaligen Union-Gelände angelegt werden. Doch auch wenn die neue Planung genehmigt wird, muss Bernd Zevens mit einem Ordnungsverfahren rechnen. Zu der genauen Bußgeldhöhe wollte und konnte Posdena sich nicht äußern: "Es wird das Projekt Hotelbau wohl nicht gefährden, aber für einen Häuslebauer wäre das eine empfindliche und sehr schmerzhafte Strafe."

Schmerzhaft dürfte für Bernd Zevens in erster Linie der Baustopp sein. Doch sei es gut zu wissen, so Zevens, der sicher kein bekennender Diplomat ist, dass die Stadt Kleve bei Bauvorhaben immer gut aufpasse. Nur sollte sie dies auch bei eigenen Bauten tun, erklärt der Unternehmer und sagt: "Die haben beim Rathausneubau glatt vergessen, dass zwei Räume von etwa 140 Quadratmetern der Kirche gehören und diese ohne zu zucken locker überplant und den Auftrag schon vergeben." Mittlerweile hat die Verwaltung das bemerkt und über die bislang angemieteten Räume mit der Kirche gesprochen. Propst Johannes Mecking erklärte zu diesem Thema, dass man sich in guten und harmonischen Gesprächen mit der Stadt befände, Probleme gäbe es da keine. Gott sei Dank, nicht noch eine Baustelle für die Stadt.

(RP)