Hospizgruppen vom Niederrhein tagen auf der Wasserburg Rindern.

Niederrhein : Hospiztag in Rindern: Das letzte Tabu

Fachtagung der Hospizgruppen am unteren Niederrhein auf der Wasserburg Rindern für ehrenamtliche Sterbebegleiter und Interessenten. Das Thema: „Über das Sterben reden und den Abschied leben lernen“.

 „Der Hospiztag ist inzwischen zu einer Institution in der Wasserburg Rindern geworden. Das freut uns sehr“, sagte Markus Toppmöller, Fachbereichsleiter des Katholischen Bildungszentrums in Rindern, der seine Kollegin und  Fachbereichsleiterin für Caritas und Sozialethik, Barbara Blau, bei einem Pressegespräch zur Vorbereitung einer Fachtagung der Hospizgruppen am unteren Niederrhein vertrat. Anwesend waren Andrea Bendfeld, Koordinatorin Ambulanter Hospizdienst Rees e.V., Hane Polth-Vermaten, Koordinatorin OMEGA Bedburg-Hau e.V. ambulanter paritätischer Hospizdienst Bedburg-Hau, Inge Kunz, OMEGA Bocholt e.V. ambulanter Hozpizdienst Bocholt-Rhede-Isselburg und Birgit Stienen, Koordinatorin ambulanter Hospizdienst der Caritas Geldern-Kevelaer e.V. Das Thema der Fachtagung am Sonntag, 27. Oktober, von 9 bis 17 Uhr in der Wasserburg Rindern lautet: „Das letzte Tabu – Über das Sterben reden und den Abschied leben lernen“.

Die Zielgruppen der Fachtagung sind ehrenamtliche Sterbebegleiter und Menschen, die die Hospizarbeit kennenlernen oder sich in dem Bereich engagieren möchten und Kontakte für dieses Ehrenamt suchen. Inge Kunz und Hane Polth-Vermaten stellen viele Fragen: „Ich sterbe – störe ich?“ „Ist Sterben, Tod, Trauer noch Tabu?“ Diesen Fragen will sich der Tag mit namhaften Referenten stellen. Und Andrea Bendfeld ergänzt: „Wir Hospizler sind Tabubrecher. Wir sprechen über Sterben und Abschied nehmen“. Birgit Stienen beschreibt das Thema so: „Die ehrenamtlichen Hospizhelfer bereiten sich auf ihre Aufgaben vor: Begleitung von Sterbenden und ihren Angehörigen. Sie setzen sich im Ermutigungskurs mit dem Thema Sterben auseinander. Was ist, wenn Sterben ‚plötzlich’ passiert? Was bedeutet das für Angehörige und für einen selber? Was schließe ich daraus für mein eigenes Leben? Wie hole ich das Thema Sterben in meine Lebenswelt, und was mache ich, wenn einmal keine Zeit mehr bleibt, mich auf das Sterben vorzubereiten?“

Das Programm beginnt mit einem Grußwort der Pastoralreferentin Nicole Coenen, Goch.  Das Vortragsgespräch führt Prof. Dr. Annelie Keil, Soziologin und Gesundheitswissenschaftlerin, Bremen. Sie leitet auch den Workshop „Für eine Kultur der Menschlichkeit am Ende des Lebens“. Die Teilnehmer haben die Auswahl aus sieben Workshops: „Seelenbretter gestalten“ mit Martina Zimmer (Hospizdienste der Malteser), „Sterben und Tod im Islam- (k)ein Tabu?“ , mit Journalist Özgur Uludag, Hamburg, „Vertrautes verlassen-Neuem entgegengehen“, mit Nicole Coenen, „Mit Chi Kung in Balance“ mit Bas Hulshof, Qigong und Tai Chi Lehrer, Berg en Dal (NL), „Erste Hilfe für die Seele: Notfallseelsorge“ mit Diakon Stephan Koch, Essen, und „Heilsame und stärkende Lieder“ mit Josefa Böckenhüser und dem Chor By Heart, Kleve. Den Schlusspunkt der Tagung setzt „Senza Nome“, ein Streichquartett der Haldern Strings, Leitung Ole Hansen. „Dieser Tag möchte Mut machen, dem Tod gemeinsam ins Auge zu sehen, um erträglicher zu machen, was wir alle durchleben müssen. So kann eine Kultur der Menschlichkeit am Lebensende gelingen“, heißt es in der Einladung.

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