Hönnepels Vereine haben Brunnen an Schule reaktiviert

Kalkar: Hönnepel lässt seinen Brunnen sprudeln

Die Bewohner von Hönnepel haben in ihrer Vereinsrunde viel Mühe in die Verschönerung ihres „Ritter-Elbert-Zentrums“ investiert. Zuletzt wurde der Künstlerbrunnen von Kubach-Wilmsen wiederbelebt.

Eine eigene Schule hat Hönnepel schon lange nicht mehr. Was aus der früheren Schule inzwischen geworden ist, kann sich jedoch sehen lassen und ist ein ganz wichtiger Anlaufpunkt fürs Dorf: das „Ritter-Ebert-Zentrum“, kurz REZ. Die Vereinsrunde Hönnepel hat jetzt einen weiteren Schritt zur Attraktivierung der guten Adresse getan.

Der Fischbrunnen des Künstlerehepaars Kubach-Wilmsen wurde in Eigenarbeit und ohne öffentliche Unterstützung wiederbelebt und an einem optimierten Platz aufgestellt. Und – was den Akteuren ganz wichtig war – er sprudelt auch wieder. „Zwar handelt es sich jetzt nicht mehr um Trinkwasser wie damals, als der Brunnen der Pausenerfrischung der Schulkinder diente, aber die Umwälzpumpe sorgt zumindest dafür, dass Wasser im Spiel ist“, erklärt Norbert van de Sand als Vorsitzender der Vereinsrunde. Zur Fertigstellung des Projekts gab es einen Umtrunk für alle Helfer.

Die Künstlerin Anna-Maria Kubach-Wilmsen hatte die Plastik aus fränkischem Muschelkalk als erste größere Auftragsarbeit 1966 geschaffen und jetzt natürlich ein Mitspracherecht, was aus dem Brunnen werden sollte. Dass er wieder Wasser führen sollte, fand sie gut, „das Ergebnis sollte aber nicht kitschig sein“, berichtete van de Sand. Eine einfache Wassersäule sprudelt nun aus der Mitte des mächtigen Quaders, auf dem sich oben einige Salme winden. „Wichtig war der Künstlerin auch, dass der Brunnen axial zur alten Schule und in Richtung Rhein, wo die Fische nun einmal schwimmen, ausgerichtet würde“, so der frühere Kalkarer Grundschulrektor. Beides wurde berücksichtigt, und nun steht das steinerne Zeitzeichen auf dem (derzeit verbrannten) Rasen vor dem Gebäude.

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Hönnepels ehemalige Schule hat eine interessante Geschichte: 1966 errichtet, diente sie gerade mal zwei Jahre als Volksschule. Dann machte die Schulreform Schluss mit dem gemeinsamen Lernen, Grund- und Hauptschulen lösten die Volksschulen ab. „Hönnepel wurde damals zur Außenstelle der Altkalkarer Hauptschule“, erinnert sich van de Sand. Auch damit war es 1974 vorbei, und eine neue Nutzung wurde gesucht. Der hintere Teil wird heute gewerblich genutzt, im vorderen Bereich richtete die damals noch selbstständige Kirchengemeinde St. Regenfledis, die den Komplex von der Stadt kaufte, ein Gemeindezentrum ein. Das heißt bis heute „Ritter-Elbert-Zentrum“ und wurde in den vergangenen Jahren von den Bürgern des Dorfes auf Vordermann gebracht. Zunächst wurde der Bereich vor dem benachbarten Feuerwehrgerätehaus neu gestaltet und mit einer Sitzecke, die auch den vielen Radtouristen zugute kommt, ausgestattet. Dann wurde ein Grenzmäuerchen durch einen begrünten Erdwall ersetzt.

Mit einigem Vergnügen erinnerte van de Sand daran, dass die Bürgermeisterin persönlich ihr Auto schwungvoll gegen die Mauer gesetzt hatte und diese danach sehr schnell verschwand. Eine neue Hecke und die Beseitigung von Wildwuchs folgten, dann der Neuanstrich der beliebten Grillhütte und schließlich die Wiederbelebung des Fischbrunnens. Besonders stolz sind die Hönnepeler darauf, dass sie für die Verschönerung kein Geld von der Stadt und auch nicht von der Kirche ausgegeben haben. Eigenarbeit und die Hilfe von Sponsoren machten die Projekte möglich. Der Ort, an dem so viele Bewohner des Ortes ihre Familienfeiern begehen (schließlich gibt’s im Dorf längst keine Gaststätte mehr), hat sich gemausert.

Übrigens erfährt nicht nur Hönnepels früherer Trinkbrunnen neue Anerkennung. Der Kulturausschuss hatte im April auch beschlossen, einige weitere Skulpturen, die einst den öffentlichen Raum schmückten, wieder aus der Vergessenheit zu holen. Nicht zuletzt die „Bremer Stadtmusikanten“, ebenfalls von Kubach-Wilmsen, bekommen einen neuen Standort. Vorgesehen ist der Weg am Altkalkarer Kolping-Kindergarten.

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