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Hochwasserschutz Kleve: Bürgerinitiative Düffel informiert zum Stand der Maßnahmen

Infoabend : Der Hochwasserschutz ist auf  einem guten Weg

Die Bürgerinitiative gegen die Überflutung der Düffel informierte zum Stand der Maßnahmen.

Friedhelm Wiegersma hat einen Milchviehbetrieb in Keeken. Der Landwirt erinnert sich noch gut an das Rheinhochwasser im Jahr 1995. Der Pegel stieg enorm an, Deichabschnitte drohten zu brechen. Die Bevölkerung in der Düffel bereitete sich auf den Katastrophenfall vor: Vieh wurde zu Tausenden evakuiert, Hab und Gut in Sicherheit gebracht. Wenngleich die große Katastrophe ausblieb, ist das Rheinhochwasser von 1995 ein warnendes Beispiel. Trotzdem sei vielen nicht mehr bewusst, welche Bedeutung dem Hochwasserschutz zukommt, sagt Wiegersma. „Die jüngeren Generationen wissen zum Teil gar nicht mehr, was hier damals los war.“ Die Bürgerinitiative gegen die Überflutung der Düffel (BI Düffel), derer Wiegersma vorsitzt, will daher das Bewusstsein für den Hochwasserschutz stärken. Am Dienstagabend veranstaltete die BI Düffel dazu einen Informationsabend im Keekener Café im Gärtchen.

Holger Friedrich, Sprecher des Arbeitskreises für Hochwasserschutz und Gewässer NRW  (AK HuG), gab einen Überblick über das Thema. Die Deiche in der Region, so Friedrich, seien nicht für die Ewigkeit gebaut worden, deren Verstärkung und Sanierung sei eine laufende Aufgabe der Deichverbände und Kommunen, welche vom Land gefördert werden. Eine Aufgabe allerdings, die vom Land zu stiefmütterlich behandelt worden sei. „Viele Deichsanierungen hätten längst beginnen sollen. Aber die Anträge lagen teils sehr lange bei der Bezirksregierung“, so Friedrich. Erst in den letzten paar Jahren sei das Bewusstsein bei den zuständigen Stellen gewachsen. Aktueller Stand: 60 Prozent des für den linken Niederrhein zuständigen Deichrings 42 sind saniert, 40 Prozent in Planung oder Bau. Die gute Nachricht: „Wir sind mit großen Schritten auf dem Weg zu 100 Prozent“, so der AK-Sprecher.

Höchste Zeit, findet auch der CDU-Landtagsabgeordnete Günther Bergmann, der sich für den Hochwasserschutz am Niederrhein einsetzt. Er stellte beim Infoabend der BI Düffel fest, dass die Bezirksregierung seit 2014 zunehmend Geld und Personal einsetze, um dem Thema gerecht zu werden. Dass Anträge 16 Jahre liegenbleiben – wie in der Vergangenheit geschehen – dürfe nicht mehr passieren. „Der technische Hochwasserschutz muss Priorität haben. Für Schnickschnack haben wir keine Zeit“, so Bergmann.