Hochschule Rhein-Waal: Wäsche-Start-Up von Frank Schmitz startet durch

Hochschule Rhein-Waal : Wäsche Start-Up startet durch

Das Start-Up von Prof. Frank Schmitz der Hochschule Rhein-Waal wurde jetzt mit einem bundesweiten Preis ausgezeichnet. Die Diakonie in Goch wird die Wäsche ihrer ambulanten Kunden ebenfalls über CosaVita organisieren.

Das Start-Up CosaVita von Frank Schmitz, Professor an der Fakultuät Life Sciences der Hochschule Rhein-Waal, wurde jetzt mit dem bundesweiten SENovation Preis der Deutschen Seniorenliga und der Signal-Iduna-Gruppe ausgezeichnet. Schmitz hat eine App entwickelt, mit der die Wäsche pflegebedürftiger Menschen oder Senioren – vergleichbar mit Essen auf  Rädern – direkt zuhause schmutzig abholt und gereinigt wieder zurückgebracht wird.

„Wir hatten gesehen, dass ,Essen auf Rädern’ und der ,Hausnotruf’ funktionieren und haben uns gefragt, ob man nicht auch die Wäscheversorgung für ambulant gepflegte Menschen ähnlich organisieren kann“, hatte der Professor für Betriebswirtschaftslehre das Thema vor einem Jahr vorgestellt.

In der stationären Pflege werde das Problem dem Patienten ja abgenommen, ambulant sei das aber eine Frage der Logistik, erläutert Schmitz. Die Frage sei also: „Wie bekommen wir die Wäsche vom Pflegenden zur Wäscherei und wieder zum Pflegenden zurück und können wir irgendwie von einem Größenvorteil profitieren, also viele Wäschen bündeln, damit sich das lohnt?“.

Man wolle ja nicht den Wäscher ins Haus bringen (Essen auf Rädern liefe ja auch das fertige Essen und nicht den Koch), sondern die Wäsche professionell erledigen. Vor allem, wenn man auch noch mit resistenten Keimen rechnen müsse. Schmitz baute also eine App, mit der Anbieter genau dies erledigen können. Der Probelauf bei der Caritas in Geldern war erfolgreich, jetzt steigt auch die Diakonie in Goch mit ins Boot und bietet die App für ihre ambulanten Kunden an.

„Wir bieten dabei eine Systemlösung an“, sagt Schmitz. Die App wird kostenlos zur Verfügung gestellt, er übernimmt die Kontakte mit der Wäscherei und organisiert die Logistik. Zugleich bekommen die Pflegedienste die aufbereiteten Daten für die Rechnungsstellung.

Dafür gab’s jetzt den SENovation Innovationspreis der Seniorenliga und der Signal-Iduna-Gruppe für seniorenfreundliche Konzepte. Als bestes Konzept wurde Medixflow (medixflow.com) ausgezeichnet, ein digitaler Sprachassistent für die Pflegedokumentation. Unter den Start-ups konnte sich CosaVita (cosavita.de) durchsetzen. Der intelligente Wäscherei-Service für Menschen in der ambulanten Pflege fungiert als logistische Schnittstelle zwischen Pflegedienst und Wäscherei. Den Sonderpreis „Mobilität“, der von der Volkswagen Konzernforschung unterstützt wird, gewann das kameragesteuerte Navigations- und Assistenzsystem für sehbehinderte Menschen AiServe (aiserve.co).

Der SENovation-Award wurde von der Signal-Iduna-Gruppe und der Deutschen Seniorenliga initiiert und soll ein gründungsfreundliches Klima in der Zielgruppe Senioren fördern. Insgesamt hatten sich 58 Gründungsideen und Start-Ups beworben. Im Fokus standen Lösungen, die den Alltag im Alter erleichtern und die Lebensqualität erhöhen sollen. Gerade in diesen beiden Kriterien attestierte die Jury dem Konzept des digitalgesteuerten Wäscheservice für die Zielgruppe einen hohen Nutzen. Denn die Lebensqualität im Alter werde auch durch die Frage bestimmt, wie die alltäglichen Aufgaben im Haushalt organisiert werden, so die Seniorenliga. Die CosaVita statte Pflegedienste mit einer digitalen Komplettlösung aus, die es ihnen ermögliche, ihren Kunden Wäschedienstleistungen anzubieten.

Für den Pflegedienst entstehe kein zusätzlicher Aufwand, er ermögliche seinen Kunden aber bei Bedarf eine Erleichterung bei den täglichen Aufgaben im Alltag, heißt es in der Urteilsbegründung. Und: Die Idee sei eine Systempartnerschaft, also offen für alle Ambulanten Pflegedienste sowie Wäschereien in Deutschland. Dabei sei das Angebot auch noch umweltschonend, denn Großwäschereien verbrauchen nahezu zweidrittel weniger Energie und Wasser als handelsübliche Haushaltsmaschinen.

Für Schmitz gilt aber noch ein anderes Argument: „Wir leisten einen Beitrag, dass ältere Menschen lange in den eigenen vier Wänden leben können“, sagt er.

Mehr von RP ONLINE