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Hochschule Rhein-Waal: Studentin entwickelt nachhaltige Booking-Plattform

Hochschule Rhein-Waal : Studentin entwickelt nachhaltige Booking-Plattform

Drei Studentinnen sind beim StartGlocal-Wettbewerb der Hochschule Rhein-Waal ausgezeichnet worden. Mit einem grünen Urlaubs-Portal, der Idee, Verbrenner auf Elektroantrieb umzurüsten und Cashew-Nüssen als Basis für veganen Käse.

Guten Gewissens ins richtige Hotel, Ferienhaus oder auf den Campingplatz reisen. Sichergehen können, dass in der Unterkunft, wo die Reise hingeht, Nachhaltigkeits-Kriterien erfüllt werden – ökologisch, ökonomisch und sozial. Anna-Lea Koßbu, Studentin für nachhaltigen Tourismus an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW) in Kleve, hat mit der Idee einer Booking-Plattform, die anhand dieser Kriterien Angebote hat, den „StartGlocal-Award“ der HSRW gewonnen. „StartGlocal“ wird unterstützt von den Fördervereinen der Hochschule und gefördert vom Ministerium für Wirtschaft und Energie und den Europäischen Sozialfonds. „StayALLEco“ heißt das Unternehmen, ein Startup, das nicht nur Idee bleiben, sondern als tatsächliches Buchungsangebot an den Start gehen soll. Koßbu arbeitet dafür mit einem Web-Entwickler und einem Grafiker zusammen.

Eigentlich habe sie von einem eigenen Hotel geträumt, das diese Kriterien erfüllen sollte und das sie führen wollte. Doch zuerst bereiste die Studentin aus einem „kleinen Dorf im Hessischen“, wie Koßbu ihre Heimat bezeichnet, die Welt. Dann fand sie das Studium vom nachhaltigen Tourismus an der Hochschule Rhein-Waal. Und dann kam Corona. „Jetzt, wo wir wieder ans Reisen denken können, möchte ich mit meiner Plattform  eine Möglichkeit bieten, wie man Nachhaltigkeit auch auf Reisen leben kann. In drei Jahren  soll ‚StayALLEco‘ fest in den Köpfen derer verankert sein, die online eine Unterkunft buchen möchten und denen Nachhaltigkeit am Herzen liegt“, sagt die 24-Jährige. Dazu wird „StayALLEco“ anstatt der Sterne ein Fünf-Blätter-System vergeben.

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Koßbu hatte bei ihren Reisen keine Buchungsplattform gefunden, die auf der Suche nach einem Hotel einer Ferienwohnung oder einem Campingplatz Unterkünfte nach Nachhaltigkeitskriterien für Urlaub oder Dienstreise anbietet, sagt sie. Es gehe dabei um Nachhaltigkeit und Regionalität, auch um so scheinbar einfache Aufforderungen, dass nicht jedes Handtuch jeden Tag in die Wäscherei muss, erklärt Koßbu. Punkten könne beispielsweise auch ein Inklusionsbetrieb. „Das sind alles Kriterien, die sich erfüllen lassen, ohne das der Urlaub viel teurer werden muss“, sagt Koßbu. Man achte schließlich auch auf ökonomische Nachhaltigkeit.

17 Studierende in 13 Teams aller vier Fakultäten der Hochschule Rhein-Waal hatten im Rahmen der StartGlocal-Academy ihre Ideen für innovative Produkte oder  Unternehmensgründungen präsentiert. Es gab Ideen für Food-Start-ups, vegane Back-Boxen oder  eine Bio-Mehlwurmfarm. Fokus bei anderen Ideen lag  auf Gesundheit – als Impuls in Bezug auf die individuelle Bewältigung der Corona-Pandemie. Studierende, Professoren und Bürger konnten die Präsentation verfolgen und wählten die besten Teams.

Platz zwei belegte Kathrin Vasquez, die Maschinenbau an der HSRW in Kleve studiert und jetzt ihren Bachelor macht. Die Israelin entwickelte „Crownhouse“. „Und das ist kein Schmuckladen, sondern die Idee für Werkstätten, die Fahrzeuge auf Elektroantrieb umzurüsten, anstatt vielleicht sogar neuwertige Fahrzeuge durch E-Autos zu ersetzen“, sagt sie. Dies sei nachhaltiger, vor allem, wenn man die Entsorgung der „alten“ Fahrzeuge und die Produktion und den Vertrieb der „neuen“ Fahrzeuge betrachte.  Der Service richtet sich an alle Elemente der Stadt, seien es private Besitzer oder Unternehmen wie die Post oder Taxis, und ermögliche eine lokale Lösung für dieses Problem.

„Und obwohl Crownhouse sowohl Batterie- als auch Wasserstofftechnologie anbieten wird, besteht die Mission darin, eine Wasserstoffwirtschaft voranzubringen. Deshalb wird zu ,Crownhouse’ ein Ingenieurzentrum eröffnet, in dem Entwickler von Brennstoffzellen ihre Produkte vor der Markteinführung testen und validieren lassen können“, sagt die Maschinenbau-Studentin. Um die Wassserstoff-Technologie voranzubringen. Zwar ist auch „Crownhouse“ so ausgearbeitet, dass das Start-up direkt an den Start gehen könnte. Aber die Israelin möchte nach dem Bachelor noch den Masterstudium machen.

Ulrike Ito studiert in Kleve im Masterstudiengang Biological Resources und möchte aus Cashew-Nüssen als Grundlage einen neuen, veganen Käse entwickeln. „Cheesy-O“ heißt denn auch ihr vorgestelltes Startup, das den dritten Platz holte. „Cheesy-O“ soll als Vegan-Manufaktur schon im kommenden Jahr mit der Vermarktung starten – in Itos Heimatstadt Kassel. „In Zukunft kann ich mir jedoch bei steigender Nachfrage eine Ausweitung der Verkaufsregion auch in Form von online-Handel sehr gut vorstellen“, sagt die Master-Studentin.

Kontakt: Anna-Lea Koßbu:  StayALLEco@gmail.com. Kathrin Vasquez   kathrin.vasquez@hsrw.org. Ulrike Ito Ulrike.ito@hsrw.org