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Hochschule Rhein-Waal Offene Wissenschaft mit Nucleus

Hochschule Rhein-Waal : Wissenschaft für Bürger

Die Hochschule Rhein-Waal leitet das EU-Projekt „Nucleus“. Daran nehmen 24 Institutionen aus 14 Ländern teil, darunter China und Südafrika. Hochschule und Bürgerschaft sollen vernetzt werden und voneinander profitieren.

Ideen aus den Regionen sollen in die Hochschulen einfließen und Ideen aus den Hochschulen in die Regionen - wie geht das? Wie kann man eine funktionierende Schnittstelle zwischen Hochschule und der Stadt als Kommune mit ihren Bürgern und der Wirtschaft aufbauen und wie Forschung und Lehre besser kommunizieren? Alexander Gerber, Professor für Wissenschaftskommunikation an der Hochschule Rhein-Waal, formulierte die Frage kürzlich in einem Interview mit dem Deutschlandradio: Wie spiegelt sich das Erforschte an den Unis und Hochschulen in den gesellschaftlichen Bedarfen wider, inwieweit wird die Zivilgesellschaft im Forschen mitgedacht?

Antworten wollen Gerber und Annette Klinkert (HSRW) im Rahmen des Nucleus-Projektes geben, das von der EU mit vier Millionen Euro gefördert wird und dessen Leitung in Händen der Hochschule Rhein-Waal bei Alexander Gerber und seinem Team liegt. Klinkert ist Nucleus-Projektmanagerin. In Nucleus sind 24 Institutionen aus 14 Ländern, darunter China, Südafrika und Georgien, eingebunden. „Wir wollen praktische Handlungsempfehlungen für eine Wissenschaft, die auf Partnerschaft und Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb der Hochschule setzt“, sagt Gerber. „Zukunft gestalten! Wege zur ,offenen Wissenschaft’ finden“ heißt das Strategiepapier, das Gerber und Klinkert jetzt zum Start des Projektes vorgelegt haben und in dem sie aufzeigen, wie das an der HSRW und in den Kommunen im Kreis Kleve und Kreis Wesel umgesetzt werden kann.

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Denn das mit der Partnerschaft meinen der Professor und seine Projektmanagerin ernst: Die Bürgerschaft soll eingeladen werden, mit zu diskutieren. Im Laufe des Projektes sollen permanente Plattformen zum Austausch geschaffen werden. Gerber und Klinkert möchten Schülerparlamente an den Standorten in Kleve und Kamp-Lintfort schaffen, in denen über Wissenschaft diskutiert wird, es soll offene Diskussionrunden mit Bürgern geben, ein Arbeitskreis „Offene Wissenschaft“ aus Akteuren unterschiedlicher Institutionen initiiert werden. Nicht zuletzt soll das alles auch dazu beitragen, Wissenschaft transparenter zu machen, ihre Glaubwürdigkeit in Zeiten von Fake-News zu stärken. Und man möchte am Experten-Wissen, das es in der Bürgerschaft gibt, teilhaben und die Bürger am Expertenwissen in der Hochschule teilhaben lassen.

„Die Städte, Kleve und Kamp-Lintfort, sind die Labore, in denen diese offene Wissenschaft umgesetzt werden“, sagt Klinkert. In Kamp-Lintfort solle das verstärkt mit der Unterstützung der Landesgartenschau 2020 geschehen, in Kleve gehe seit Jahren Vizepräsident Prof. Jens Gebauer beispielhaft mit dem Klimahaus voran. „Er zeigt, wie man Bürger und Hochschule zusammenbringen kann“, sagt Klinkert. Das Klimahaus sei eines der Aushängeschilder. „Wir bauen auf einer Kultur der Zusammenarbeit zwischen HSRW und Bürgern in ihren Standort-Kommunen auf“, sagt Klinkert. Allerdings sei die Hochschule in den ersten Jahren nach ihrer Gründung enger mit der Bürgerschaft verknüpft gewesen. „Wir wollen wieder an diese Gründungsgeschichte der Hochschule anknüpfen“, sagen Gerber und Klinkert.

Es gelte jetzt in den nächsten Jahren der vierjährigen Projektzeit Vertrauen und wechselseitige Beziehungen aufzubauen. „Wir wollen am Ende des Projektes keine Paper erstellt, sondern Praxis umgesetzt haben, wir wollen keine kurzfristigen Events, sondern eine nachhaltige Entwicklung“, unterstreicht Gerber.

Dazu soll in Kleve als erstes der Arbeitskreis offene Wissenschaft aufgebaut werden, der im Oktober starten soll. In Kamp-Lintfort soll das FabLab eingebunden werden. Ab Sommer 2019 soll dann auch das Schülerparlament starten, in dem Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren eine parlamentarische Debatte zu gesellschaftlich relevanten Themen, basierend auf Input von Wissenschaftlern der HSRW führen, so Gerber. Es gehe zunächst um „Die Zukunft der Energie“ mit Unterthemen wie Trassenbau, Windkraftanlagen, Mobilität, intelligente Netze und Biogas. Ebenfalls im Oktober sollen in Kleve (beispielsweise im Cafe Samocca) und in Kamp-Lintfort (in Cafés oder Gemeindezentren) Diskussionsrunden mit Wissenschaftlern starten. „Das Format wird als niederschwellige, interaktive Veranstaltung konzipiert, als Science Cafe“, erklärt Klinkert.