1. NRW
  2. Städte
  3. Kleve

Hochschule Rhein-Waal: Kanzler Michael Strotkemper will 7000 Studenten

10 Jahre Hochschule Rhein-Waal : Kanzler Michael Strotkemper will 7000 Studenten

Zehn Jahre nach ihrer Gründung ist die Hochschule Rhein-Waal (HSRW) anderthalb Mal so groß wie ursprünglich geplant. Kanzler Michael Strotkemper will die hohen Studentenzahlen zwischen 7000 und 8000 halten. Es fehlen Hörsäle. Zum runden Geburtstag gibt es einen Karnevalswagen für den Klever Rosenmontagszug.

Die Hochschule Rhein-Waal ist seit ihrer Gründung vor zehn Jahren rasant gewachsen. Jetzt gilt es, die Zahlen zu halten. „Es ist außergewöhnlich, wie schnell das hier ging, in einer steilen Kurve mit einem Wahnsinnsanstieg“, sagt Michael Strotkemper, Kanzler der Hochschule Rhein-Waal. Gründungspräsidentin Prof. Marie-Louise Klotz hatte die Hochschule am Rande der Republik als modernes, internationales Institut aufgebaut, das bald Studenten aus aller Herren Länder anzog. Strotkemper kam im April 2018 als Präsidiumsmitglied und Kanzler, als der steile Anstieg die anfänglichen Erwartungen um mehr als die Hälfte übertroffen hatte und sich die Zahl bei rund 7300 Studierenden einpendelte. Ursprünglich war die ,Fachhochschule Nördlicher Niederrhein’ für maximal 5000 Studenten an den beiden Standorten Kleve und Kamp-Lintfort geplant. „Wir sind jetzt im Übergang zu der Phase, das in einen Dauerbetrieb zu bekommen und die Zahlen, die erreicht wurden, zu halten“, sagt Strotkemper. Er ist also der Mann für die Mühen der Ebenen.

„Es wird nicht leicht sein, dass weiterhin über 7000 Studierende an den beiden Standorten eingeschrieben sind. Denn es fehlt ein Jahrgang, wenn G8 überall in G9 umgesetzt wird. Und wir wissen auch nicht, wie sich die angekündigten Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer auswirken wird“, sagt der Kanzler. Andererseits habe die Hochschule Strukturen geschaffen, die Studierenden einen guten Weg zum Abschluss bietet. 70 bis 80 Prozent der Studiengänge werden in englischer Sprache angeboten, es gibt Internationalisierungs-Beauftragte, man werde verstärkt darauf achten, dass ausländische Studierende die deutsche Sprache lernen.

„Die Hochschule hat ein Markenzeichen: Wir werden als internationale Hochschule wahrgenommen“, sagt der Kanzler. Hinzu komme, so HSRW-Sprecherin Gabriele Stegers, dass deutsche Hochschulabschlüsse in Asien einen sehr guten Ruf haben. Außerdem seien amerikanische Hochschulen und Colleges im Vergleich zu einem Studium in Deutschland „sauteuer“, sagt Strotkemper. Die Hochschule wird auch in den USA verstärkt um Studierende werben. „Wir werden dort die Kontakte intensivieren und über persönliche Netzwerke arbeiten, uns auf entsprechenden Messen präsentieren“, sagt der Kanzler. Strotkemper blickt in seinem Büro über den Parkplatz auf die Skyline von Kleve mit Burg und Kirche. Die 50.000-Einwohner-Stadt bekam 2008 von der damaligen schwarz-gelben Landesregierung den Hauptsitz der Fachhochschule Nördlicher Niederrhein, die dann mit dem Gesetz von 2009 als Hochschule Rhein-Waal gegründet wurde. Der Kreis Kleve baute im Hafen der Stadt von 2009 bis 2012 im Rekordtempo den modernen Campus am Wasser. Der ist jetzt schon zu klein.

„Bei der momentanen Größe fehlen uns vor allem in Kleve große Hörsäle, wir müssen uns bis jetzt mit Vorlesungen im Kino behelfen“, sagt Strotkemper. Er gehe beim Land in die nächsten Etatverhandlungen mit dem Vorsatz, einen Hörsaal-Neubau für Kleve auszuhandeln. Angesichts der Anforderungen alter Hochschulen und Universitäten habe er aber kaum Hoffnung, direkt an der Reihe zu sein.

Das Raum-Problem bei den Büros und kleineren Seminarräumen sei dagegen gelöst. Mit der Anmietung der Räume in der Deutschen Bank und der ehemaligen Wirtschaftsschule Francke sowie den Flächen am Brüggemeier-Bau in Kleve und Teilen des RAG-Gebäudes in Kamp-Lintfort sei man aus dem Gröbsten heraus, sagt er. In Kleve hofft Strotkemper, mittelfristig weitere Räume in der Deutschen Bank bekommen zu können.

Doch jetzt steht die Feier des Zehnjährigen an: „Die Hochschule Rhein-Waal wird in diesem Jahr erstmals mit einem Karnevalswagen und einer Fußgruppe im Klever Karnevalszug dabei sein – das war eine tolle Idee unserer Beschäftigte“, sagt Strotkemper. Der Wagen ist gemietet und wird derzeit aufgebaut. Die Jubiläums-Feten werden dann zum Tag der Offenen Tür groß gefeiert. „In Kleve am 24. und 25. Mai und in Kamp-Lintfort am 14. und 15. Juni“, sagt Stegers.