Kleve/Emmerich: Hochschule: Kaserne die einzige Option

Kleve/Emmerich: Hochschule: Kaserne die einzige Option

Die Kaserne ist derzeit die einzige Option, die die Klever Hochschule als Ausweichstandort für die Zeit ins Auge gefasst hat, bis der Campus am Spoykanal fertiggestellt ist.

Das bestätigte gestern Vize-Präsident Dr. Martin Goch. Gespräche über einen befristeten Ausweichstandort in den Landeskliniken in Bedburg-Hau finden also nicht statt. Womit klar sein dürfte: Emmerich wird ab Oktober Hochschulstandort. Für zwei Jahre. Für Hunderte neuer Studenten. Deshalb laufen Gespräche über einen Mietvertrag zwischen der Hochschule und der Bundesanstalt für Immobilien-Angelegenheiten (BIMA), die auf einem guten Weg sind. Das erklärte gestern Hubert Hoppe, der Mitarbeiter für den Verkauf/die Planung des 326 000 Quadratmeter großen Geländes.

Im ehemaligen Freizeitheim und in zwei erst vor wenigen Jahren renovierten Mannschaftsblocks könnten zehn Seminarräume oder kleinere Hörsäle entstehen. Derzeit wird überprüft, in welchem Zustand sich die Wasser- und Elektroleitungen befinden. Danach könnten dann Angebote für den Umbau eingeholt werden. Wenn die Vermietung zustande kommt, dürfte auch Bürgermeister Johannes Diks aufatmen. "So gewinnen wir etwas Zeit, was den Ankauf der Kaserne angeht", so der oberste Emmericher. Denn er selbst und seine Partei, die CDU, favorisieren den Kauf, um hier in den nächsten zehn, zwanzig Jahren eine Mischgebiet mit Gewerbe und Wohnbebauung zu vermarkten. Mit Autobahnanschluss vor der Haustür.

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Doch für dieses Vorhaben gibt es noch keine politische Mehrheit. Insofern drängt der Kauf der Immobilie auch die BIMA nicht so, hofft Diks. Denn die Behörde, die für den Bund Geld verdienen muss, hätte dann schon mal die Mieteinnahmen auf der Habenseite. Immerhin gibt die Stadt durch den Emmericher Hafen, der als Käufer der Kaserne fungieren soll, in diesen Tagen ein neues Angebot ab. Die BIMA will über zwei Millionen erzielen, die Stadt etwas weniger ausgeben. Anfangs lag die Forderung noch bei 5,8 Millionen Euro. "Wir sind nicht mehr so weit auseinander", so Diks weiter.

In den geforderten gut zwei Millionen Euro sind natürlich die Folgekosten, die jetzt im Ältestenrat allen Fraktionen nicht-öffentlich vorgestellt wurden, noch nicht enthalten. Inklusive Finanzierung, Planung, Herrichtung, Erschließung und Veräußerung werden laut einem Gutachten etwa 27 Millionen Euro fällig.

(RP)