Kreis Kleve: Hinter der Kino-Kulisse

Kreis Kleve : Hinter der Kino-Kulisse

Einen Tag lang durfte die RP im Klever Kino hinter die Kulissen blicken. Dorthin, wo Eve jeden Tag frisches Popcorn macht und Vorführer Heinrich Herr über die Projektoren ist.

Ins Kino zu gehen ist noch immer ein kleines Ritual: in der Schlange anzustehen, um die Karten zu kaufen, dann mit Popcorn oder Nachos balancierend den richtigen Saal zu finden, sich schließlich für einen der weichen Sessel zu entscheiden und dann — nach der Werbung und Trailern — endlich den Film zu genießen. Das Gesamt-Erlebnis kann kein noch so gutes Heimkino-System ersetzen.

Bis aber das Popcorn im Mund oder auf dem Kopf des Vordermanns landet und die Bilder über die Leinwand flimmern, gibt es für das Personal viel zu tun. Die RP durfte einen Blick hinter die Kulissen des Klever Kinos werfen.

13.30 Uhr Noch ist alles dunkel, im Foyer des Kinos brummen nur die Kühlschränke leise vor sich hin. Es sind Herbstferien, eine Stunde noch dauert es, bis der erste Film gezeigt wird.

13.45 Uhr Eve kommt herein und geht direkt in den oberen Stock. Die 17-Jährige kümmert sorgt dafür, dass es frisches Popcorn gibt. Manchmal braucht sie mehrere Stunden, um immer wieder Nachschub zu produzieren. Den noch warmen Kult-Snack kippt sie in weiße Plastikeimer. Aus ihnen wird die Popcorn-Theke nachgefüllt.

14.05 Uhr Mittlerweile ist die Kasse besetzt, der Monitor zeigt an, welche Filme gezeigt werden. "Das Angebot sprechen wir mit einer Agentur aus Hamburg ab", erklärt Kino-Betreiber Reinhard Behrens. In dem Moment öffnet sich die Schiebetür, die ersten Besucher, die schon seit einiger Zeit draußen gewartet haben, kommen herein. "Haben Sie reserviert?", fragt Behrens.

14.15 Uhr Vor Saal 4 hat die 18-jährige Esther Stellung bezogen. Sie hat "3D-Dienst". Das bedeutet, dass sie Brillen für die 3D-Filme austeilt und nach der Vorstellung auch wieder einsammelt. Sie zeigt auf einen Wagen: "Da sind die gebrauchten Brillen drin. Die muss ich gleich noch säubern."

14.20 Uhr Hinter der Tür mit der Aufschrift "Zutritt verboten" beginnt das Reich von Vorführer Heinrich Fritzler. Seit 1993 arbeitet er im Klever Kino, "ich kenne hier jede Schraube", sagt er, während er die Projektoren einschaltet. Es summt und brummt.

14.30 Uhr Das junge Publikum in Saal 3 wartet darauf, dass der Film beginnt. Hinter der Wand, im Vorführraum, drückt Heinrich ein paar Knöpfe. "Dann wollen wir mal Wickie starten" , sagt er. Es flimmert auf der Leinwand, dann beginnt der Film.

14.50 Uhr Alle Filme laufen. Heinrich holt sich einen Kaffee, Nefiya und Jörg, die gerade noch im Akkord Getränke, Nachos und Popcorn verkauft haben, atmen durch und füllen Süßigkeiten und Nacho-Schalen auf.

15.50 Uhr Der Abspann von Wickie läuft, Esther sammelt mit einem Lächeln die gebrauchten Brillen ein. So geht es jetzt den ganzen Tag weiter, Vorstellung für Vorstellung.

22.30 Uhr Vorführer Heinrich geht als Letzter. Alle Filme sind gelaufen, alles hat perfekt funktioniert. Der Mann, der die Projektoren bedient, macht das Licht aus.

(RP)