Kleve: Hilfe direkt vor Ort

Kleve: Hilfe direkt vor Ort

Der Kranenburger Freundeskreis hilft in Indien und Ghana. Beim jüngsten Besuch in Ashaiman hospitierte der Vorsitzende Wilhelm Hawerkamp an einer Schule.

kleve-kranenburg-ghana (RP) Sicher hat William Painter aus Baltimore, der 1892 den Kronkorken erfand, nicht damit gerechnet, dass dieser Verschluss, der zunächst für Bierflaschen eingesetzt wurde, auch einmal in Schulklassen zu Unterrichtszwecken Verwendung finden würde. Mit dem gezackten Metallverschluss werden schon lange nicht mehr nur Bierflaschen verschlossen, sondern in bunter Vielfalt krönt dieser auch die Flaschen von Erfrischungsgetränken.

Metallverschlüsse landen in Ghana und in anderen Entwicklungsländern in der Regel nicht im Abfall. Sie leisten oft im Schulalltag gute Dienste und spielen eine wichtige Rolle als Anschauungsmaterial im Unterricht. Im Klassenzimmer der Kinder des 1. Jahrgangs der Primary-School des Wilhelm Educational Complex im südghanaischen Ashaiman bewahrt Sabina, die Klassenlehrerin der Kinder, einen großen Pappkarton mit bunten Kronkorken auf. Diesmal dienen sie als Hilfsmittel um Subtraktionsaufgaben zu lösen.

"Dort, wo einheimisches Material gute Dienste für Unterrichtszwecke leisten kann, bedarf es unserer Unterstützung nicht", sagt Wilhelm Hawerkamp, Vorsitzender des Kranenburger Freundeskreises in Indien und Ghana. Hawerkamp, ehemals Lehrer am Berufskolleg in Kleve, war von Januar bis Anfang März im Schulprojekt des Kranenburger Freundeskreises im südghanaischen Ashaiman und berichtet, dass aus Spendenmitteln des Vereins eine EDV-Anlage mit 14 Arbeitsplätzen für die Einrichtung angeschafft, installiert und bereits in Gebrauch genommen wurde. In der Einrichtung befinden sich rund 300 Kinder und während seines zweimonatigen Aufenthaltes hat Hawerkamp dort mehrere Wochen hospitiert.

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Seine Erfahrungen und Eindrücke im Unterricht hat Hawerkamp auf einem mehrseitigen Papier zusammengefasst und mit den Lehrkräften des Projektes anschließend diskutiert. Es diente ferner als Grundlage für ein mehrtägiges Lehrertrainingsseminar. "Die Lehrer haben mit hoher Motivation an diesem Seminar teilgenommen, und es wird weitere Veranstaltungen geben. Wir werden das ghanaische Bildungswesen nicht revolutionieren. Kronkorken und andere einheimische Materialien sollen auch weiterhin ihren Platz im Unterricht behalten. Aber wir beteiligen uns auch an der Erstellung von Stoffverteilungsplänen für verschiedene Fächer, denn in vielen Bereichen der Lehrtätigkeit fehlt es dort an Systematik und Struktur", so Hawerkamp.

"Wir freuen uns, dass wir dafür qualifizierte Mitstreiter aus Kleve und Kranenburg gewinnen konnten, die sich sowohl aus dem aktiven Berufsleben als auch aus nachberuflichen Lehrer- und Seminarleiterleben rekrutieren," so Hawerkamp abschließend.

(RP)