Kranenburg-Nütterden: Hier wächst Kranenburg weiter

Kranenburg-Nütterden: Hier wächst Kranenburg weiter

In Nütterden entsteht das neue Wohnbaugebiet "Auf dem Poll". Bis zu 70 Grundstücke könnten in drei Abschnitten entstehen. In der heutigen Ausschusssitzung wird darüber diskutiert.

Für Kranenburg war Bauland stets eine sichere Einnahmequelle. Was ausgewiesen wurde, hing nicht lange im Schaufenster. Die Zeiten, in denen entscheidungsfreudige Niederländer alles kauften, wo Wohnen dran stand, haben sich zwar merklich eingetrübt: Dennoch sind Parzellen für die Errichtung von Einfamilienhäuser immer noch stark nachgefragt. In der heutigen Planungs- und Umweltausschusssitzung wird über das neue Gebiet "Auf dem Poll" in Nütterden diskutiert. Der Standort ist eingeschlossen von den Straßen Schaafsweg, Pollesweg und Auf dem Poll. Noch ist es als "Fläche für die Landwirtschaft" ausgewiesen. Doch wird sich dies in absehbarer Zeit ändern. Die Zustimmung seitens der Bezirksregierung Düsseldorf, aus einem Teilbereich des Ackerlands Bauland zu machen, ist gegeben. Eine Anfrage der Gemeinde wurde positiv beschieden.

So ist zunächst geplant, hinter der bestehenden Bebauung am Pollesweg das Gelände weiter zu entwickeln. In einem ersten Abschnitt sollen hier etwa 25 Grundstücke für die Bebauung mit Einfamilienhäusern sowie eventuell auch mit Doppelhaushälften angeboten werden. Die Grundstücksgrößen betragen nach ersten Planungen, die in der heutigen Sitzung vorgestellt werden, etwa 500 Quadratmeter. Vorgesehen ist, an die aktuelle Fläche anschließend das Gebiet weiter zu entwickeln. In einem zweiten sowie dritten Schritt wäre dann das komplette Gelände zwischen den drei Straßen bis hin zur Römerstraße erschlossen. Abschnitt zwei würde Platz für 28 Baugrundstücke bieten, zum Abschluss kämen noch einmal etwa 17 hinzu. Die zwei Erweiterungen sind aktuell noch kein Thema, aber es ist das Ziel, hier fortzufahren. Dazu müsste Düsseldorf jedoch noch die Zustimmung geben, was aber als wahrscheinlich gilt.

Für Kranenburgs Bürgermeister Günter Steins ist die Darstellung des Baugebiets nur eine konsequente Fortführung des beschlossenen Entwicklungskonzepts 2020. "Der Bedarf an Bauland ist vorhanden, und das Gebiet 'Auf dem Poll' entspricht genau den Vorgaben. Hier wird mit möglichst wenig Flächenverbrauch viel Bauland geschaffen", sagt er.

Dass der Bedarf an Grundstücken in dieser Lage vorhanden ist, wie Steins betont, gilt zweifellos als gesichert. An der Grenze zu Kleve dürfte es mehr Interessen als Parzellen geben. Ist Bauland doch in der Kreisstadt mittlerweile zu einem seltenen und - wenn vorhanden - nur schwer erschwinglichem Gut geworden. Ein Beispiel für den äußerst attraktiven Standort Nütterden ist das Baugebiet "Binnenfeld 3". 25 Baugrundstücke wurden hier zu einem Quadratmeterpreis von 130 Euro angeboten. Die Flächen waren nahezu ebenso schnell verkauft wie angeboten. Im vergangenen Jahr wurde die letzte veräußert.

Aktuell werden im Baugebiet Kranenburg-Süd, am Elsendeich, Versorgungsleitungen gelegt. 21 Parzellen werden hier demnächst auf den Markt kommen. Anfragen liegen vor.

Die Einwohnerzahl in der Grenzgemeinde entwickelt sich in den vergangenen Jahren stets nach oben. Ohne die regelmäßige Ausweisung weiterer Baugebiete wäre der Trend jedoch nicht zu halten. Auch wenn der Landverkauf zur Wohnbebauung stets ein einträgliches Geschäft in Kranenburg ist, so sind dennoch nicht alle mit dem Geschäftsmodell glücklich. SPD-Fraktionschef Manfred Maas sagt: "Wir sehen das sehr kritisch und müssen uns auch mal über Alternativen Gedanken machen. Dennoch ist dieses Gebiet ein vertretbarer Standort für eine Weiterentwicklung. Die SPD wird sich hier enthalten." Was den Fraktionschef in der Thematik stört, ist: "Wir verkaufen hier ständig mehr von unserem Tafelsilber. Was machen wir, wenn alles veräußert ist? Denn sicher ist, auch unser Land ist endlich." Andere Kommunen haben jedoch schon kein Tafelsilber mehr.

(jan)