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Kleve: Hier soll Gras drüber wachsen

Kleve : Hier soll Gras drüber wachsen

Zunächst wurden Bäume am Sportplatz des SSV Reichswalde gefällt, die jetzt wieder aufgeforstet wurden. Bei den Arbeiten ist das Spielfeld ramponiert worden. Eine Fremdfirma soll den Schaden beheben.

Kleve-Reichswalde Der Sportplatz des SSV Reichswalde fristete eigentlich in den vergangenen Jahren ein beschauliches Dasein. Gut genutzt und immer mal wieder in der Diskussion, wenn es darum ging, die Strafräume des reizvoll am Wald gelegenen Spielfeldes in begehrte Bauplätze umzuwandeln. Seitdem am Rande des Platzes vor einigen Wochen ein paar Bäume gefällt wurden (die RP berichtetet), ist es mit der Ruhe vorbei. Ein Anruf aus der Nachbarschaft beim Ordnungsamt der Stadt Kleve sorgte seinerzeit dafür, dass die Abholzaktion gestoppt wurde.

 Haben tiefe Spuren hinterlassen: Die Aufforstungsarbeiten am Sportplatz des SSV Reichswalde. Dabei wurde der Platz vor der Aufnahme bereits bearbeitet.
Haben tiefe Spuren hinterlassen: Die Aufforstungsarbeiten am Sportplatz des SSV Reichswalde. Dabei wurde der Platz vor der Aufnahme bereits bearbeitet. Foto: Gottfried Evers

Bürgermeister Theo Brauer hatte sich vor dem Klever Stadtrat dafür entschuldigt, dass die Stadtverwaltung eine Genehmigung für die Fällung der Ahornbäume auf dem Sportplatz des SSV Reichswalde erteilte. Man bedauere dies, betonte Brauer und bat darum, man möge doch seine persönliche Entschuldigung entgegennehmen. Doch Brauer, ein Mann der Tat, beließ es nicht bei der Entschuldigung. Bei einem Treffen von Stadtverwaltung, Verein und Nachbarschaft wurde vereinbart, dass für die abgesägten Bäume neue gepflanzt werden sollen. Dies ist in dieser Woche passiert. Die fünf Meter langen Bäume wurden mit einem Radlader transportiert, der naturgemäß auch über den Rasen fahren musste und hier zunächst deutliche und vor allem tiefe Spuren hinterließ. Willi Palm, 2. Vorsitzender des SSV, der 1. Vorsitzende Thomas Mulder trat im Zusammenhang mit der Abholz-Aktion zurück, ist in einer ersten Reaktion verärgert über die ramponierte Spielfläche. "Wir können keine Partie hier austragen. So wie der Platz jetzt aussieht, wird hier kein Schiedsrichter anpfeifen", sagt Palm, bevor der Platz behandelt worden war. Der 2. Vorsitzende stuft den gewählten Zeitpunkt der Pflanz-Aktion als nicht besonders günstig ein. Ausgerechnet in einer eher nassen Phase mit schwerem Gerät über den Rasenplatz zu kurven, sei nicht geschickt, so Palm. Warum die Aktion gerade jetzt durchgeführt wurde, erklärt Hans Heinz Hübers, Gartenmeister bei den Umweltbetrieben der Stadt Kleve (USK): "Die Bäume sollten möglichst schnell gepflanzt werden. Das war den Anwohnern versprochen worden. Da die gelieferten Pflanzen schon ausgetrieben waren, musste man diese auch zügig einsetzen." Der entstandene Schaden soll möglichst schnell behoben werden, so Hübers. Vorgestern traf sich Hübers mit einer Fachfirma. Bis zum Wochenende will die USK dafür sorgen, dass der Platz wieder bespielbar ist, die völlige Wiederherstellung soll dann die Fachfirma übernehmen. Jörg Rambach, Fußballobmann des SSV, erklärt: "Wir haben den Schaden nicht verursacht. Das ist ärgerlich, doch ist uns im Vorfeld mitgeteilt worden, dass der Rasen bei der Maßnahme in Mitleidenschaft gezogen werden könne."

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Der Sportplatz in Reichswalde wird so schnell nicht zur Ruhe kommen. Denn noch drei ältere Bäume, die die neue Flutlichtanlage beeinträchtigen, müssen demnach den Weg alles Irdischen gehen und abgeholzt werden. Nur nicht jetzt, da man erst im Oktober wieder Baumfällungen durchführen darf. Aber bis dahin wird wohl Gras über die ganze Aktion gewachsen sein. Internet: www.rp-online.de/kleve

(RP)