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Herbst 2021: Die Wildgänse sind wieder am Niederrhein

250.000 Tiere erwartet : Erste Wildgänse sind wieder am Niederrhein

Bis zu 250.000 arktische Wildgänse werden in diesem Jahr am Unteren Niederrhein erwartet. Der Nabu bietet wieder Exkursionen an. Landwirte können für Fraßschäden eine Entschädigung beantragen.

Die überwinternden arktischen Wildgänse sind jedes Jahr aufs Neue ein beeindruckendes Naturschauspiel. Nun sind die ersten eingetroffen, wie der Nabu bestätigt. Im Vogelschutzgebiet „Unterer Niederrhein“ werden auch diesen Herbst wieder bis zu 250.000 arktische Wildgänse erwartet. Hier finden sie die besten Voraussetzungen zum Überwintern: Das ausgedehnte Wiesenland ist ihr Futter- und Trinkplatz. Und die Seiten- und Altarme des Rheins bieten den Vögeln hervorragende Schlafplätze.

Bereits Ende August haben die Wildgänse ihre sibirischen Brutgebiete verlassen, um zu ihrer rund 6000 Kilometer langen Reise aufzubrechen. Diese führt sie mit mehreren Zwischenstopps über Osteuropa an den Niederrhein. Hier fressen sie sich wieder einen Fettvorrat für den beschwerlichen Heimzug im Frühjahr nach Sibirien an.

In NRW genießen die Wildgänse einen besonderen Schutz, sie sind ganzjährig von der Jagd verschont. Nicht gern gesehen werden die Tiere von manch einem Landwirt in der Region, der Fraßschäden auf seinen Flächen in Kauf nehmen muss. So kann massiver Schaden entstehen, wenn zum Beispiel Jungpflanzen ausgezupft oder in den nassen Boden eingetreten werden. Meldet ein Landwirt den Schaden bei der Landwirtschaftskammer, hat er einen Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich. Die Schadenshöhe wird durch die Landwirtschaftskammer gutachterlich ermittelt. Die Entschädigung orientiert sich an Richtwerten, die je nach Schwere des Schadens gestaffelt sind und sich nach Kulturarten und Größe der Schadensfläche bemessen.

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Für viele Naturfreunde und Tagestouristen sind die Gänse in erster Linie aber ein Spektakel und beliebtes Fotomotiv. Auch in diesem Jahr will der Nabu mit Gänsesafaris und geführten Busexkursionen zu den besten Beobachtungspunkten fahren. Bis dahin dauert es aber noch ein wenig: Von Mitte November bis Mitte Februar bietet die Nabu-Naturschutzstation Niederrhein an sechs Wochenenden Touren an. Auch Abendspaziergänge mit Gänsegeschnatter sind im Programm.

Auf den geführten Nabu-Touren kommt man den Tieren nahe, ohne sie zu stören. „Busse und Autos sehen sie nicht als Gefahr“, erklärt der Naturschutzbund. Mit einem Fernglas oder einem Spektiv könne man das Naturspektakel dann ganz nah heranholen. Die Exkursionsleitung biete außerdem Informationen und Anekdoten über die Wildgänse, die Landschaft und ihre Geschichte.

Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, kann an einem Abendspaziergang der besonderen Art teilnehmen. An mehreren Samstagabenden während der Gänsesaison führt die Naturschutzstation durch die Millingerwaard, ein niederländisches Naturschutzgebiet gleich hinter der Grenze. Auf der Tour wird über die Lebensgewohnheiten der im Gebiet frei lebenden Koniks und Galloway-Rinder und auch über die dort ansässigen Biber berichtet. Highlight ist das Ende der Tour, wenn hunderte Wildgänse laut schnatternd zu ihren Schlafplätzen fliegen.