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Kleve: Haus Koekkoek: Die Geburt der Freunde

Kleve : Haus Koekkoek: Die Geburt der Freunde

Vor 25 Jahren begann 1987 die einzigartige Klever Erfolgsgeschichte des "Freundeskreis Museum Kurhaus & Koekkoek-Haus Kleve". Mittlerweile gehören dem Förderverein 1600 Mitglieder an. Meisterstück war die Rettung von Koekkoek.

Es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft — nur dass nicht Claude Rains und Humphrey Bogart als Renault und Rick Seit' an Seit' übers Flugfeld hinaus in die Nacht schlenderten. In Kleve setzten sich 1987 Sparkassendirektor Paul Kratz, der Amtsgerichtsdirektor Dr. Ulf Hientzsch und der Klever Museumsleiter Drs. Guido de Werd zusammen, um eine Satzung für einen auszuarbeiten.

Es war die geburtsstunde des "Freundeskreis Museum Kurhaus & Koekkoek-Haus Kleve". Ein Verein, dessen wunderbare Freundschaft mit dem Museum der Stadt, weiland noch im Haus Koekkoek, eine einzigartige Erfolgsgeschichte werden sollte. Eines Vereins, dessen Handeln Marken in das Klever Stadtbild gesetzt hat.

"Ich wollte schon Anfang der 1980er Jahre einen Freundeskreis für das Klever Museum", erinnert sich de Werd heute im fernen Jerusalem an die ersten Gehversuche des Vereins, der heute über 1600 Mitglieder zählt und der ein wichtiges Fundament für den Aufbau der Klever Kunst-Sammlung und des Museums werden sollte. Dass aus den kleinen Anfängen eines Museums-Fördervereins der größte Verein der Stadt, ein gesellschaftliches Schwergewicht, erwachsen sollte, konnte Anfang der 1980er Jahre des vorigen Jahrhunderts noch keiner ahnen.

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De Werd war zunächst auf Sparkassenchef Peter Theissen zugegangen, der nach einiger Zeit seinen Vertreter Paul Kratz vorschlug. Hientzsch, heute Vorsitzender der Koekkoek-Stiftung, war ebenfalls vom ersten Tag an dabei, der damalige Bürgermeister Gert Brock, mit Leib und Seele Klever, war von der Idee begeistert und unterstützte nicht nur die Gründungsphase mit allen Kräften.

"Zu den Gründungsmitgliedern zählte vor allem auch Prof. Heinz Sack aus Krefeld", sagt de Werd. Natürlich ging die erste Satzung nicht so ohne weiteres durch: Der von Hientzsch, Kratz und de Werd ausgearbeitete Satzungsentwurf wurde mit den anderen Gründungsmitgliedern diskutiert, verfeinert. "Werner Deutsch, der damalige CDU-Fraktionschef Rudolf Kliver und Elisabeth van de Loo gehörten ebenso zur Diskussionsrunde wie Heinz Dommers und Klaus Peters", listet de Werd Freunde der ersten Stunde auf.

Paul Kratz wurde erster Vorsitzender. Hans-Albert Schwarzbach, Studiendirektor in Goch, erster Geschäftsführer. Die Vertreterin von Kratz war Elisabeth Winkels. Schwarzbach und Winkels legten ihre Vorstandsarbeit aber schon nach einem Jahr nieder. Gisela Claaßen wurde stellvertretende Vorsitzende und Klaus Riße Geschäftsführer. Kratz, Claaßen und Riße waren dann für lange Jahre die Gesichter des Vereins.

Der Verein nahm schnell an Fahrt auf — vor allem mit dem neuen Museum Kurhaus schossen die Mitgliederzahlen in die Höhe. Spektakuläre Kunstkäufe bis in den öffentlichen Raum, gesellige Feiern im Haus Koekkoek und später im Kurhaus bis in die Nacht und nicht zuletzt die von Gisela Claaßen perfekt organisierten Fahrten bis fast ans Ende der Welt schworen die Freunde zusammen. De Werd war stets mittendrin — und die Freunde standen hinter dem Museumschef, der nie die politische Auseinandersetzung für Kleve und für sein Museum scheute.

Nebenbei wuchs auch die Sammlung. Das Meisterstück des Vereins war dann die Rettung von Haus Koekkoek, das profane Bankfiliale werden sollte. Die Freunde sammelten in kürzester Zeit - allen Unkenrufen späterer Landtagsabgeordneter zum Trotz — einen siebenstelligen Betrag, die Stiftung B.C. Koekkoek-Haus wurde ins Leben gerufen und das Palais zu einem der schönsten Spezialmuseen der Region. Mit dem Weggang der Sammlung Ackermanns kam auf den Verein eine Herausforderung zu: De Werd musste für ein ambitioniertes Museum eine ebenso ambitionierte Sammlung aufbauen. Letztlich ein Glücksfall: Denn so konnte das Museum dank der Hilfe der Freunde seinen ganz speziellen, überregional anerkannten Charakter entwickeln.

Nach Kratz folgte Ulrike Sack als Vorsitzende, dann Amtsgerichtsdirektor Klaus Hommel, unter dessen Ägide das zweite Meisterstück gelang: 500 000 Euro schoss der Verein für den Umbau des Kurhauses hinzu. Und die Freunde kauften auch noch beste Kunst: So wartet man eigentlich nur darauf, dass sich Alex Katz' wunderbar blonde "Oona" endlich umdreht: "Ich schau dir in die Augen, Kleines."

(RP/rl)