Kleve: Haus Koekkoek: "Balnea" wird verlängert

Kleve: Haus Koekkoek: "Balnea" wird verlängert

Die Ausstellung zur Geschichte des Bades in Architektur-Modellen der Universität Stuttgart im Klever Haus Koekkoek wird verlängert. Auch die Modelle, Postkarten und Bilder zur Geschichte des Bades Cleve sind weiter zu sehen.

Es war nicht nur die heilende Kraft der Schwefel- oder Eisenatome im Wasser, die die Bäder in den vorigen Jahrhunderten zu Magneten für in der Regel recht begüterte Gäste machten und oft zum wirtschaftlichen Aufschwung führten. Hotels mit dem nötigen Komfort waren nicht weniger gefragt, die Einbindung in die Landschaft und in Gärten wie in Kleve waren wichtig, nicht zuletzt legte der geneigte Badegast Wert auf pompöse wie kostbar-luxuriös ausgestattete Badehäuser. Bis heute wirkt die Geschichte von Bad Cleve in Kleve nach, ist im Stadtbild an den klassizistischen Villen und nicht zuletzt dem Kurhaus Kleve ablesbar.

Blick in das Modell des Maurischen Bades aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, das einst in Stuttgart stand. Das Modell wurde 2003 gebaut. Foto: Gottfried Evers

"Das Klever Kurhaus aufklappbar — mit Kasino und Badewannen — ist natürlich auch bei uns zu sehen", sagte gestern Valentina Vlasic, Museum Kurhaus, für die Koekkoek-Stiftung, und freute sich sichtlich, dass sie die Ausstellung "Balnea" im Klever Haus Koekkoek länger präsentieren kann. Für die Ausstellung in Kleve haben Studenten nämlich extra Modelle aus Kleve gebaut. So, wie sie historisch hätten sein können, wären sie wie der erste Entwurf, gebaut worden, so, wie sie historisch waren, wie der Nachbau des Blocks, in dem heute das Museum Kurhaus residiert. Es sind wie alle Modelle Arbeiten von Studenten der Fakultät Architektur und Stadtplanung der Universität Stuttgart, die von den Ausstellungsmacherinnen, Dr. Susanne Grötz und Dr. Ursula Quecke, betreut werden.

Mit Liebe zum Detail haben sich die Modellbauer ins Zeug gelegt und entführen mit ihren kleinen Gebäuden in die große Geschichte des Bades. Sogar die Kronleuchter hängen von den Decken der Bäder. In Holz und Gips wurde gearbeitet, gelasert und geschnitten, gesägt und modelliert. Es sind Modelle im Städtebau- wie im großen Format. Schaut man in das Maurische Bad in Stuttgart, glaubt man, gleich kreuze ein Trupp Schwimmer die Szenerie — jede Fliese, jede Bodenplatte, das Ornament der Säulen findet sich in diesem Modell. Es lohnt immer, sich zu bücken und den Blick ins Innere der Modelle zu werfen. Aber auch Badehäuser für die Menschen, die kein Bad im Haus hatten, wie eine Bäderanlage aus Hamburg, fehlen nicht.

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Bilder vom Bad Cleve aus dem Museums- und Stiftungsfundus, wie vom kürzlich von Schülern des Adenauer-Gymnasiums ins Gespräch gebrachten Klever Brunnenhaus, zur Quelle, gibt's ganz viele zu sehen. Valentina Vlasic hat über 20 alte Stiche, meist von de Beijer, ausgewählt und kann unzählige Postkarten aus dem Bad Cleve präsentieren. Eine wahre Fundgrube.

Morgen, Mittwoch, 24. April, 19.30 Uhr, führt Susanne Grötz Mitglieder des Freundeskreises und deren Freunde durch die Ausstellung. Das Haus Koekkoek ist Di bis Sa 14 bis 17 Uhr, So 11 bis 17 Uhr geöffnet.

(RP/ac)