Kleve: Gute Zeiten für Häuslebauer

Kleve : Gute Zeiten für Häuslebauer

Die Zinsen für eine Baufinanzierung sind derzeit nach wie vor niedrig. Frank Ruffing und Frank Rosar von der Volksbank erläutern, warum es sich jetzt lohnen kann, zu bauen oder ein Haus zu kaufen, und geben Hinweise auf staatliche Förderungsmöglichkeiten.

Thema Eigenheim: Marktlage, aktuelle Zinsen, Zinssicherheit, Laufzeiten, Förderungen — RP-Redaktionsmitglied Marc Cattelaens sprach mit Frank Ruffing, Vorstandsvorsitzender, und Frank Rosar, Generalbevollmächtigter der Volksbank Kleverland und Geschäftsführer der Volksbank-Tochter VoBa Immocenter Kleve.

Für viele Menschen ist der Weg ins eigene Haus ein Lebenstraum. Wie würden Sie die Zinssituation derzeit beschreiben?

Frank Ruffing Man kann derzeit sicherlich von einer für Häuslebauer sehr günstigen Zinssituation reden, die Niedrigzinsphase der letzten Jahre ist durchaus noch vorhanden.

Sehen Sie in absehbarer Zeit Änderungen am Zinsmarkt für Baufinanzierungen?

Ruffing Die Zinsentwicklung vorherzusehen ist natürlich schwierig. Wir gehen davon aus, dass die Zinsen mittelfristig moderat ansteigen.

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Frank Rosar Für Häuslebauer ist das Zinsniveau letzten Endes häufig das entscheidende Kriterium, ob eine Baufinanzierung überhaupt tragbar ist. An der Stelle ist es für den Kunden in erster Linie wichtig, die Zinsen für einen langen Zeitraum zu sichern.

Herr Ruffing, Sie sagten die Niedrigzinsphase ist vorhanden. Was heißt das konkret in Zahlen?

Ruffing Jede Finanzierung ist zum Schluss ein wenig anders, weswegen man einen festen Zins kaum nennen kann - aber um eine Hausnummer zu sagen: Die meisten Baufinanzierungen im 10-Jahresbereich liegen bei gut 4 Prozent im Jahr. In jedem Fall aber kann man sagen, dass im langjährigen Durchschnitt der Zinssatz für Baufinanzierungen bei über 7 Prozent liegt - und da muss man im Moment von einer wahrhaft sehr günstigen Zinsphase sprechen.

Rosar Aus diesem Grund können derzeit auch Menschen das Projekt Eigenheim angehen, für die in anderen Zinsphasen nur die Mietwohnung bleibt. Heute ist es in vielen Fällen so, dass die monatliche Belastung für das Eigenheim nicht größer ist als die Miete. Ein einfaches Zahlenbeispiel kann helfen, das besser nachzuvollziehen: Eine Baufinanzierung kostet heute bei einem Kreditbetrag von 150 000 Euro und einem angenommenen Zinssatz von 4 Prozent p.a mit einer Tilgung von 1 Prozent p.a. etwa 625 Euro im Monat. So viel zahlen viele Menschen auch für ihre Mietwohnung.

Heißt das, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, zu bauen oder ein Haus zu kaufen?

Ruffing Die Entscheidung für ein Haus ist meist die wirtschaftlich größte Entscheidung im Leben eines Menschen oder einer Familie, da gehören bei der Entscheidungsfindung natürlich noch andere Dinge bedacht. Aber von den Rahmenbedingungen her hat man derzeit sicher einen sehr guten Einstiegszeitpunkt — und es gibt durchaus Anzeichen dafür, dass sich das demnächst ändern könnte.

Rosar Ich denke, es ist jetzt vor allem eine sehr gute Gelegenheit, das Zinsniveau weit mit in die Zukunft zu nehmen. Je nachdem, wie hoch die Tilgung vereinbart wird, ist zum Beispiel nach 10 Jahren die Restschuld noch recht hoch, und eine dann zu treffende neue Zinsvereinbarung kann zu deutlich höheren Zinssätzen führen. Das kann den Hauseigentümer durchaus auch in 10 Jahren noch in ernsthafte Schwierigkeiten bringen. Es gibt im Moment sehr gute Möglichkeiten, günstige Zinsen für z.B. 15 Jahre zu vereinbaren, auch noch längere Zinsbindungen bis hin zur Festschreibung für die ganze Laufzeit der Finanzierung sind möglich.

Beteiligt sich eigentlich auch der Staat an der Investition ins eigene Heim?

Ruffing Der Staat hat in den letzten Jahren die Art der Wohnbauförderung verändert, so wurde schon vor einiger Zeit die Eigenheimzulage abgeschafft. An diese Stelle sind heute verschiedene andere Arten der Förderung getreten, das sollte in jedem Einzelfall mit dem Kunden individuell besprochen werden.

Rosar Generell kann man sagen, dass sich heute sowohl Sonderkreditprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau als auch Fördermittel des Landes und sogar die Riesterförderung in eine Baufinanzierung einbringen lassen.

Was ist dann besser: Neubau oder Kauf einer gebrauchten Immobilie?

Ruffing Beides hat Vor- und Nachteile. Der Neubau bringt sicher die höhere Individualität mit, man baut halt so, wie man sich das schon immer gewünscht hat. Dafür dauert es vom ersten Spatenstich bis zum Einzug eine gewisse Zeit. Beim Kauf einer gebrauchten Immobilie kann man im Regelfall schnell einziehen, dafür muss man meist intensiv suchen, bis man ein Objekt gefunden hat, das einem wirklich gefällt.

Wie ist derzeit die Marktsituation für Wohnimmobilien?

Rosar Bei uns im Kleverland kann man sagen, dass die Preise für Wohnhäuser in den letzten Jahren auf sehr vernünftigem Niveau stabil sind. Auch das spricht sicher dafür, dass momentan der richtige Zeitpunkt ist, sich mit dem Thema zu befassen. Zeiten steigender Zinsen bedeuten meist auch steigende Immobilienpreise.

(RP/jul)