Bergmann verteidigt Arbeit von Förderschulen „Ideologie hilft hier nicht“

Kleve · Der Landtagsabgeordnete Günther Bergmann nimmt Stellung zur Dietrich-Bonhoeffer-Schule und stellt sich auch beim Thema Abschlusszahlen demonstrativ vor sie. Das Team leiste wichtige Arbeit.

Zuletzt gab es Diskussionen um die Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Eine Statistik hatte für Irritationen gesorgt.

Zuletzt gab es Diskussionen um die Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Eine Statistik hatte für Irritationen gesorgt.

Foto: Markus van Offern (mvo)

Der CDU-Landtagsabgeordnete Günther Bergmann reagiert auf die Diskussion um die Abschlüsse von Förderschulen und die Kritik der Klever Grünen an der LVR-Dietrich-Bonhoeffer-Schule (kurz: DiBo) in Bedburg-Hau. Hintergrund seien aus Bergmanns Sicht falsch kommunizierte Abschlusszahlen in Bezug auf Bedburg-Hau. Die dortige Förderschule mit Schwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung“ ist die einzige weiterführende Schule in der Gemeinde. Schüler können dort entweder den Grund- und Hauptschulabschluss oder einen Abschluss in den Bildungsgängen „Lernen“ oder „Geistige Entwicklung“ erreichen.

Er finde es nicht richtig, so Bergmann, dass diese speziellen Abschlüsse nicht in der Statistik des Ministeriums gelistet werden, sondern einfach jene Schüler mit Abschlüssen in den förderschulspezifischen Bildungsgängen erläuterungsfrei in die Statistik-Kategorie „Abgängerinnen und Abgänger ohne (mindestens) einen Hauptschulabschluss“ fallen. Für Bedburg-Hau mit der Förderschule als einzige weiterführende Schule suggeriere dies zu Unrecht eine „Abbrecher-Quote“ von 92,6 Prozent – obwohl niemand die Schule ohne Abschluss verlasse.

Schulleiter Manfred Strodt habe dies zurecht bemängelt, so Bergmann. Der Landtagsabgeordnete attestiert den Förderschulen eine „hervorragende und wichtige Arbeit“. Das Erfassungsproblem betreffe alle Förderschulen in NRW. Im Kreis schlüge aber nur in Bedburg-Hau das Ergebnis derart durch, weil es dort neben der Förderschule keine andere weiterführende Schule gebe.

Bergmann bat zwischenzeitlich das Schulministerium um Anpassung der Statistik. „Damit keine falschen Eindrücke in der Öffentlichkeit entstünden“, wie er sagt. Er setze sich dafür ein, dass die Abschlüsse der Förderschulen künftig in die Ministeriums-Statistik einfließen, da auch so den Teams noch mehr Wertschätzung entgegengebracht und zugleich auch mehr Sensibilität für die besondere Situation der Jugendlichen an Förderschulen gezeigt würde.

Auf Unverständnis stößt bei dem Landtagsabgeordneten die Kritik der Klever Grünen an Förderschulen. Auch angesichts der vielen Flüchtlingskinder wäre eine kindesspezifische Förderung gerade der jungen Menschen mit Beeinträchtigungen vom Lehrpersonal im Regelsystem nicht zusätzlich zu leisten.

„Es ist gut, dass wir auch Förderschulen und Werkstätten im Kreis Kleve haben, sodass Eltern und Kinder entscheiden können. Ideologie hilft hier nicht, sondern das Wohl der Kinder muss im Fokus stehen“, sagt Bergmann. „Im Kreis Kleve sind wir bei der schulischen Inklusion schon weit. Wir haben an unseren Regelschulen mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf inkludiert. Für sie und die Jugendlichen an Förderschulen muss bestmögliche Qualität der Bildung und Versorgung gleichermaßen gewährleistet sein.“

(RP)
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